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Flüchtlinge: Italien macht Druck

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Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli drängt auf eine schnelle Lösung im Fall Diciotti. Das Rettungsschiff mit 177 Migranten an Bord liegt im Hafen von Catania, an Land dürfen die Menschen aber nicht. Die italienische Regierung fordert von anderen EU-Ländern die konkrete Zusage, Bootsflüchtlinge aufzunehmen.

„Ich gehe davon aus, dass der Fall in den nächsten Tagen gelöst wird", sagte Toninelli gegenüber euronews. „Und ich hoffe auch, dass es eine Lösung gibt. Nicht nur ich bin an den Verhandlungen mit den anderen Ländern beteiligt, auch der Ministerpräsident, der Innen- und der Außenminister. Die gesamte Regierung trägt diese Verhandlungen. Jetzt sind die anderen Länder am Zug, es geht um eine Lösung der Flüchtlingskrise. Das wäre ein großer Erfolg für Europa - wenn nicht, dann siegt der Egoismus", so Italiens Verkehrsminister.

Italiens Regierung wirft mehreren EU-Ländern, darunter Deutschland, vor, Versprechen zur Aufnahme von Flüchtlingen gebrochen zu haben.

„Wir warten darauf, dass sich das sogenannte pro-europäische Europa zeigt", so Toninelli. „Es gab Diskussionen mit anderen Ländern, aber noch keine greifbaren Ergebnisse. Wir vertrauen denen nicht. Die Verteilung der Migranten, die im Juli gerettet wurden, hat noch nicht stattgefunden", sagt er.

Kritik am Verhalten Italiens gibt es seitens des Flüchtlingswerkes der Vereinten Nationen. Die Menschen an Bord der Diciotti bräuchten dringend Hilfe, so eine UNHCR-Sprecherin.