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Diciotti: Alle Migranten von Bord, Ermittlungen gegen Salvini

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Diciotti: Alle Migranten von Bord, Ermittlungen gegen Salvini

Diciotti: Alle Migranten von Bord, Ermittlungen gegen Salvini
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Alle restlichen 137 Migranten der Diciotti haben im Laufe des Sonntagmorgen das Schiff verlassen und italienischen Boden betreten, nachdem bereits am Samstag 13 von ihnen auf ärztliche Anweisung hin das Schiff verlassen durften.

Sie wurden in ein Aufnahmezentrum gebracht, von wo aus 100 an die Diözesen der italienischen Kirche und je 20 nach Irland und Albanien verteilt werden. Italienische Medien berichteten, dass unter ihnen drei Verdachtsfälle auf Tuberkolose waren.

Ermittlungen gegen Innenminister Salvini

Die Festsetzung der Flüchtlinge durch die Regierung beschäftigt nun auch die Justiz: Sizilianische Staatsanwälte leiteten angeblich ein Ermittlungsverfahren gegen Innenminister Matteo Salvini wegen "Freiheitsberaubung, illegaler Festnahmen und Machtmissbrauchs" ein.

Salvini reagierte auf Facebook:

_**"Wenn Sie mich verhören oder verhaften wollen, weil ich die Grenzen und die Sicherheit meines Landes verteidige, dann bin ich stolz darauf und warte gern darauf."

Die sizilianische Staatsanwaltschaft vernahm am Samstag in Rom zwei ranghohe Mitarbeiter des Innenministeriums. Den Berichten zufolge sollen die Ermittlungen von Palermo aus geführt werden.

Hilferuf der italienischen Regierung - oder Erpressung der EU?

Mehr als 650.000 Menschen haben seit 2014 die italienische Küste erreicht, und obwohl die Zahl im letzten Jahr stark zurückgegangen ist will Rom keine Rettungsschiffe mehr anlegen lassen ohne Vereinbarung mit der EU über deren Verteilung. Die einen nennen es Hilferuf, die anderen Erpressung. Zumindest ist daraufhin Bewegung in die Frage der Flüchtlingsverteilung gekommen.