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Papst Franziskus und der schwierige Gang nach Dublin

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Papst Franziskus und der schwierige Gang nach Dublin

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Der Einzug des Papstes ins mit 80.000 Besuchern gefüllte Croke-Park-Stadion in Dublin gleicht dem eines Popstars. Und doch liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Am Abend des ersten von zwei Besuchstagen in Irland stand für Franziskus ein "Fest der Familien" auf dem Programm. Freundliche Blicke und Gesten zum Abschluss eines ereignisreichen Tages. Zuvor hatte sich der Pontifex mit acht "Überlebenden von Missbrauch durch Kleriker, Ordensleute und Institutionen" getroffen.

Am Nachmittag betete Franziskus in einer Seitenkapelle der Bischofskirche St. Mary's für die Opfer des sexuellen Missbrauchs. Die Kapelle ist seit 2011 dem Gedenken an von Priestern missbrauchte Minderjährige gewidmet. Der Papst verweilte dort minutenlang schweigend. Zuvor hatte das Oberhaupt der Katholiken im Schloss von Dublin zu den Missbrauchsfällen Stellung bezogen: "Das Versäumnis von "Bischöfen, Ordensoberen, Priestern und anderen, mit diesen abscheulichen Verbrechen angemessen umzugehen, hat zu Recht Empörung hervorgerufen und bleibt eine Ursache von Leid und Scham für die katholische Gemeinschaft. Ich teile diese Gefühle."

Die Fahrt durch Dublin mit dem Papamobil gerät für den Pontifex fast zu einer Art Spießrutenlauf. Am Straßenrand sind immer wieder Zeichen des Protests zu sehen. Auf einer Flagge des vatikan ist "schämt euch" zu lesen. Demonstranten zeigen Babyschuhe mit Trauerflor. Auf einem Plakat ist zu lesen: "Wir werden niemals vergessen. Es wird Zeit, dass die katholische Kirche Verantwortung für den Missbrauch übernimmt." Es ist kein leichter Besuch in der einstigen katholischen Hochburg Irland.