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Spaniens gestohlene Kinder - Tausende Babys entführt

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Spaniens gestohlene Kinder - Tausende Babys entführt

Spaniens gestohlene Kinder - Tausende Babys entführt
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Es ist eines der dunkelsten Kapitel der Geschichte Spaniens. Auf der Anklagebank sitzt der 85-jährige, ehemalige Chefgynäkologe des Madrider Krankenhauses San Ramón, Eduardo Vela.

Über Jahrzehnte sollen Landesweit bis zu 300 000 Babys verschwunden sein. Die Opfer schöpfen jetzt neue Hoffnung.

Zwei französische Journalisten beschuldigen Vela, Mitglied des Babyhändlerrings während der Herrschaft Francos gewesen zu sein.

Klägerin ist in diesem Fall keine betroffene Mutter, sondern eines der gestohlenen Kinder, die heute 49 Jahre alte Inés Madrigal:

"Heute ist ein wichtiger Tag. Wir hoffen, dass der Prozess bald abgeschlossen sein wird. Die Erklärungen der französischen Journalisten geben uns die Stärke, die wir brauchen, um zu sehen, ob in diesem Land wirklich Gerechtigkeit herrscht und ob mindestens eine Person, die mit Kinderhandel zu tun hat, verurteilt werden kann. "

Opfer des organisierten Babyraubs waren in den ersten Jahren fast nur Regimegegner. Nonnen und Ärzte entführten Kinder aus ideologischen Gründen.

Die Kinder nicht linientreuer Eltern sollten nach den Vorstellungen des Diktators Franco erzogen werden.

Später war das Geld wichtiger als die Ideologie. Das Geschäft war so lukrativ, dass es auch im modernen Spanien noch knapp 20 Jahre nach dem Tod Francos weiterlief.

Die Staatsanwaltschaft fordert elf Jahre Gefängnis für Vela. Bei diesem ersten Prozess wird nur über einen einzigen Fall verhandelt, der spanischen Justiz liegen aber mehr als 2000 Anzeigen vor.