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Kein Magnum, kein Knorr: Kaufland rebelliert gegen Unilever

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Kein Magnum, kein Knorr: Kaufland rebelliert gegen Unilever

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Gähnende Leere in den Regalen: Wer derzeit bei Kaufland seine Lieblings-Instantsuppe, Lipton-Tee oder Langnese-Eis sucht, wird enttäuscht. Die deutsche Lebensmittel-Einzelhandelskette wagt den Aufstand gegen den britisch-niederländischen Riesen.

Wegen eines Streits um die Einkaufspreise nimmt Kaufland rund 480 Unilever-Produkte aus den Regalen. Betroffen sind die Marken mit hohem Umsatzanteil (Knorr, Langnese, Lipton, Axe...). Diese werden kurzfristig durch Eigenmarken ersetzt.

Unilever habe die Lieferpreise kurzfristig drastisch erhöht, hieß es in einer Mitteilung zur Begründung. Kaufland werde das nicht akzeptieren und die Produkte deshalb vorerst nicht mehr verkaufen.

Auch in Tschechien, der Slowakei, Polen, Rumänien und Bulgarien soll es einen Bestellstopp für einige Unilever-Produkte geben.

Unilever wollte sich nicht näher zu dem Fall äußern. "Gespräche mit unseren Handelspartnern sind vertraulich", sagte ein Sprecher am Montagabend. Laut Bericht der FAZ gehen Branchenkenner davon aus, dass die aktuell von Unilever geforderten Einkaufspreise um mehr als 10 Prozent erhöht wurden. Dies werde mit allgemeinen Kostensteigerungen in der Produktion und beim Einkauf von Rohstoffen begründet.

Vorbild für das Vorgehen von Kaufland dürfte die jüngste Machtprobe zwischen Edeka und Nestlé sein. Nach einem ähnlichen Bestellboykott konnte der deutsche Lebensmittelhändler seinem Lieferanten wichtige Zugeständnisse abringen. Edeka hatte sich dabei mit europäischen Partnern wie Intermarché, Coop Schweiz oder Colruyt verbündet.

Kaufland ist Teil der Schwarz-Gruppe, zu der unter anderem auch die Discounter-Kette Lidl gehört. Kaufland betreibt nach eigenen Angaben allein in Deutschland mehr als 600 Filialen mit 75.000 Beschäftigten.

Europaweit sind es mehr als 1000 Märkte. Der Konsumgüterkonzern Unilever stellt mehr als 400 Produkte her. Weltweit arbeiten 161.000 Menschen für das Unternehmen und erlösten im vergangenen Jahr fast 54 Milliarden Euro.