Eilmeldung

Eilmeldung

"Krieg der gelben Bänder"

Sie lesen gerade:

"Krieg der gelben Bänder"

"Krieg der gelben Bänder"
Schriftgrösse Aa Aa

Ganz Katalonien hängt voller gelber Schleifen, das Symbol der Unabhängigkeitsbewegung. Das hat zu einer Debatte über politische Symbole im öffentlichen Raum geführt – Separatisten und Spanien-Anhänger trennt ein tiefer Graben. Die einen hängen Schleifen auf, die anderen reissen sie herunter, nächtens sind sogar organisierte "Aufräumkommandos" unterwegs.

Institutionen ergreifen Partei

In einer Mitteilung des Rathauses der Stadt Vic heißt es: "Lasst uns den Ausnahmezustand nicht hinnehmen, erinnern wir uns: da sind Gefangene. Lasst uns das Ziel nicht vergessen: Kataloniens Unabhängigkeit." Für etwa die Hälfte der Katalanen ein Affront, für die andere eine Selbstverständlichkeit

Lourdes lebt in Vic:

"Die Institutionen gehören dem Volk, und die im Rathaus sitzen da, weil wir für sie gestimmt haben, sie tun, was wir wollen".

Der Stadtrat steht fast geschlossen hinter dem Aufruf, nur einer von 21 Ratsmitgliedern war dagegen.

Arnau Martí, Ratsmitglied:

"Wir denken, es ist falsch, propagandistisch und bevorzugt eine politische Seite, es bricht die Neutralität, die die Institution haben sollte. Eine öffentliche Institution kann nicht im Dienste der Sezessionisten oder der Unionisten stehen, sondern muss im Dienste aller stehen".

Die Stadt ist gespalten, die einen bringen Schleifen an, die anderen reißen sie herunter, es gibt Spannungen. Für Pere Burch liegt darin eine Absicht:

"Mit dieser Taktik diskreditieren die Spanier unsere Welt: Gewalt, nur Gewalt.... am Ende wird es Gewalt geben, aber im Moment kommt sie nur von denen, die die Verbindung lösen wollen, nicht von denen, die sie erst geschaffen haben".

Der Streit geht weiter - und Schuld sind immer die anderen. Eine Lösung ist nicht in Sicht, die Positionen zu grundsätzlich, als dass sie vereinbar wären. Die einen argumentieren mit Vernunft, die anderen mit Freiheit. Katalonien hat einen Krieg der gelben Schleifen.