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Shitstorm gegen Mattel: "Scrabble in 'Buchstaben-YOLO' umzubenennen, ist 'Trash'"

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Shitstorm gegen Mattel: "Scrabble in 'Buchstaben-YOLO' umzubenennen, ist 'Trash'"

Shitstorm gegen Mattel: "Scrabble in 'Buchstaben-YOLO' umzubenennen, ist 'Trash'"
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Mattel Deutschland
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Eine Meldung, die einigen die Worte verschlägt: Das beliebte Brettspiel Scrabble soll in Deutschland künftig "Buchstaben-YOLO" heißen.

Diese Entscheidung des US-Spielzeugkonzerns offenbar mit dem Ziel dem Wortlegespiel zum 70. Jubiläum eine Verjüngungskur zu verpassen, ist bei Fans und Enthusiasten nicht gut angekommen.

YOLO ist die englische Abkürzung für "You Only Live Once", also "Du lebst nur ein Mal". Vor sechs Jahren war es zum Jugendwort des Jahres gewählt worden.

Auch der Verein Scrabble Deutschland war von dem Marketing-Coup völlig überrascht und "alles andere als begeistert", wie Präsident Sebastian Herzog im Gespräch mit Euronews sagte.

Die Frage, die sich jetzt alle stellen, ist: Warum? Gibt es Absatzeinbußen, die man durch ein auf Jugendliche zugeschnittene Verpackung versucht, gutzumachen? Oder handelt das Unternehmen hier pro-aktiv?

Wird sich der deutsche Scrabble-Verein jetzt auch umbenennen müssen? Zuerst würde man gerne mit Mattel sprechen, der Kontakt sei in den letzten Jahren immer gut gewesen.

Wenn man ihn vorher gefragt hätte, dann hätte er Mattel von dem Schritt abgeraten. "Um es mit der Jugendsprache, die sie benutzen, zu sagen: Das ist doch Trash" (deutsch: Mist), meint Herzog. Doch seit der Meldung zur Umbenennung ist bei dem Spielzeughersteller niemand zu erreichen - weder per Mail noch per Telefon.

Mattel schweigt. Warum?

Ist das Mattels schweigende Antwort auf den medialen Shitstorm? Bereut man das Rebranding etwa? Oder handelt es sich um einen Medien-Stunt, eine Inszenierung? Eine temporäre Umbenennung? Auch auf Anfrage von Euronews war von Mattel keine Stellungnahme zu der Kritik zu bekommen.

In der Pressemitteilung erklärt Anne Polsak von der Unternehmenskommunikation bei Mattel Deutschland die Entscheidung so: "Sprache ist wandelbar! Heutzutage wird in der Gesellschaft teilweise ganz anders gesprochen als noch vor 70 Jahren und das liegt nicht zuletzt an den vielzähligen Jugendlichen mit ihren kreativen Wortkreationen."

"_Als Herausgeber von Scrabble beobachten wir diese Entwicklungen natürlich mehr denn je und haben uns letztlich dazu entschlossen, zeitgemäß zu agieren und vielleicht den ein oder anderen der Generation Y von der Spielekonsole zurück zum Säckchen mit den Buchstaben zu hole_n."

"Schlag ins Gesicht"

Sollte es bei der Umbenennung des Spiels bleiben, hätte das für Herzogs Verein weit größere Auswirkungen, als eine Namensänderung sowie E-Mail-Adressänderungen. Der Hinweis in der Pressemitteilung, dass mehr Jugendsprache bei Scrabble zulässig sein soll, würde eine Änderung der von dem Verein festgelegten Regeln bedeuten. Herzog empfindet das als "Schlag ins Gesicht", wie er gegenüber Euronews sagte.

Bisher darf auf das Spielfeld jedes Wort gelegt werden, das im aktuellen Duden aufgelistet ist.

Wie man das beliebte Brettspiel hätte verjüngen können, dafür hätte auch Herzog Ideen gehabt. Er schlägt beispielsweise die Wiederauflage von Scrabble-Schülermeisterschaften, wie sie eine Weile lang organisiert wurden, vor.

Entsetzen - und vor allem Humor - in den sozialen Netzwerken

Ein schlauer Marketing-Coup?