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1 Jahr nach Referendum: Polizeigewalt war "Angriff auf ganzes Volk"

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1 Jahr nach Referendum: Polizeigewalt war "Angriff auf ganzes Volk"

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Die Schule "Escuela Mediterranea" ist ein Symbol für die Unabhängigkeitsbewegung Kataloniens. Es handelt sich um eines der Wahllokale, das die Polizei vor einem Jahr, am ersten Oktober, gestürmt und dabei viele Menschen verletzt hatte.

An diesem Jahrestag erinnern nun viele Menschen daran, das sie damals am verbotenen Referendum teilgenommen hatten. Es wurde auch ein Schild aufgestellt, das an das damalige Wahllokal erinnert.

"Angriff auf das ganze Volk"

Einige der Anwesenden haben die Polizeigewalt miterlebt, wie etwa Lluis Campins: "An jenem Tag waren wir hinausgegangen, um unsere Freiheit und Würde zu verteidigen - Wir wurden geschlagen, die Polizisten haben viel Schaden angerichtet. Es war ein Angriff auf das ganze Volk, weil auch die Menschen, die damals nicht in den Schlangen vor diesen Schulen standen, sich trotzdem betroffen gefühlt haben. Es war eine Aggression gegen den Willen aller Menschen".

Polizeigewerkschaft: Verantwortung liegt bei Gerichten

Die nationale Polizei weist die Schuld von sich und gibt an, dass die regionale Polizei, die Mossos d'Esquadra, beim Referendum den Anweisungen des Gerichts nicht gefolgt war.

Marcos Beiras, Sprecher der Gewerkschaft der Nationalpolizei und Guardia Civil, dazu: "Die Gewaltausbrüche müssen von den Richtern beurteilt werden, und das haben sie bereits getan. Alle beschuldigten Kameraden haben vor Gericht gestanden."

Katalonien steckt fest

Euronews-Reporterin Cristina Giner fasst die Situation zusammen: "Ein Jahr nach dem vom Verfassungsgericht ausgesetzten Referendum, das aufgrund der Polizeigewalt die Welt erschüttert hat, geht es in der katalanischen Politik weiterhin um die Lähmung des Regionalparlaments und um die politische Spaltung bezüglich der Unabhängigkeitsfrage."