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Nach 7 Monaten Terminal: Syrer von Kuala Lumpur jetzt in U-Haft?

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Nach 7 Monaten Terminal: Syrer von Kuala Lumpur jetzt in U-Haft?

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Fast sieben Monate lebte der Syrer Hassan al-Kontar (36) auf dem internationalen Flughafen von Kuala Lumpur in Malaysia - nicht wirklich freiwillig. Da er über keine gültigen Ausweispapiere verfügte, konnte er den Airport nicht mehr verlassen.

Am Montagabend wurde er von der Polizei in Gewahrsam genommen und inhaftiert, wie die Flüchtlingsbehörde der Vereinten Nationen NBC News gegenüber bestätigte.

Hassan al-Kontar strandete am vergangen 7. März auf dem Flughafen. Als Syrer war er vor Militärdienst und Bürgerkrieg geflohen. Weil sein Pass abgelaufen war, durfte er weder nach Malaysia ein- noch weiterreisen. Also blieb er, wo er war.

Über seinen aktuellen Verbleib gibt es keine klaren Angaben. Auch nicht über die Gründe für seine Festnahme.

Auf Twitter führte Hassan al-Kontar eine Art Tagebuch über seinen Terminal-Alltag. Noch am Montag hatte er Bilder aus seiner Kindheit veröffentlicht:

Bereits im Mai hatte Hassan al-Kontar zu NBC News gesagt, er sei sehr müde. "Ich sage immer wieder, dass ich kein schlechter Mensch bin, kein Feigling. Ich kann kämpfen, aber es ist nicht mein Kampf, der in meinem Land ausgetragen wird."

Als der Krieg 201 in Syrien 2011 ausbrach, arbeitet der 36-Jährige für eine Versicherung in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Als die syrische Regierung ihn zum Militärdienst einziehen wollte, weigerte er sich.

Doch 2012 lief sein Reisepass aus, die syrische Botschaft in den Emiraten wollte keinen neuen ausstellen. Ohne den Pass konnte Al-Kontar nicht mehr in den Emiraten arbeiten und verlor so seine Aufenthaltsgenehmigung.

Im vergangenen Jahr wurde al-Kontar festgenommen und schließlich nach Malaysia geschickt - eines der wenigen Länder, das syrischen Staatsbürgern ein Visum gewährt, allerdings nur für maximal 90 Tage.

Überleben mit Matratze und Bordverpflegung

Als alle seine Versuche, das Visum doch noch zu verlängern scheiterten, beschloss er nach Ecuador zu reisen, ein anderes Land, dass Syrer einreisen lässt. Doch die Fluggesellschaft verweigerte ihm kurz dem Abflug den Einstieg.

Im März gelang ihm die Reise nach Kambodscha, doch von dort wurde er jedoch umgehend nach Kuala Lupur zurückgeschickt. Und lebte fortan in der Transitzone. Flughafenmitarbeiter versorgten ihn mit einer Matratze und übrig gebliebener Flugzeugkost. Während dieser Zeit soll er auch mehrere Heiratsanträge von anderen Reisenden bekommen haben, die ihm helfen wollten.

Die malaysischen Flughafen- und Einwanderungsbehörden waren auf Anfrage nicht zu einer Stellungnahme bereit. al-Kontars kanadischer Anwalt sagte NBC News gegenüber, dass er die Situation verfolge.

Im April hatte Kanada um Asyl gebeten. Ein solches Antragsverfahren kann jedoch bis zu 23 Monate dauern.

Hier ein par seiner Terminal-Tweets: