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Kosovo: Bundeswehr übergibt Lager in Prizren

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Kosovo: Bundeswehr übergibt Lager in Prizren

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Bundeswehr zieht im Dezember aus Prizren ab

Im Dezember zieht die Bundeswehr aus dem Kosovo ab. Das Feldlager der Soldaten in Prizren soll danach als Innovations- und Ausbildungspark dienen.

Jetzt wurde dieses Projekt mit einer Übergabezeremonie offiziell angestoßen. Die Bundeswehr ist Teil der NATO-geführten KFOR-Truppen.

Der Kommandeur des deutschen Kontingents, Eric Offermann, sagte nun, der Einsatz sei ein Erfolg gewesen, jetzt sei es an der Zeit für neue Schritte.

Manche im Kosovo sehen den Abzug mit gemischten Gefühlen. Ein Mann sagte am Rande der Zeremonie: "Auf der einen Seite sind wir ein wenig traurig, dass die Deutschen gehen, andererseits sind wir auch froh, denn der deutsche KFOR-Beitrag war sehr hoch und wurde von den Menschen willkommen geheißen. Die deutschen KFOR-Truppen waren bei der Bevölkerung sehr angesehen."

Wirtschaftliche Entwicklung des Kosovo soll gefördert werden

Mit dem neu entstehenden Innovationspark soll die wirtschaftliche Entwicklung des Kosovo gefördert werden, heißt es von der deutschen Regierung.

In dem Lager in Prizren stehen 60 von der Bundeswehr errichtete Gebäude. Vor allem Unternehmen aus den Bereichen Kommunikation, Landwirtschaft und Kultur sollen hier einziehen.

Derzeit sind 270 deutsche Soldaten in Prizren stationiert.

Im Kosovo leben mehr als 1,8 Millionen Menschen, die meisten von ihnen ethnische Albaner muslimischen Glaubens.

Nach Massakern und Vertreibungen ethnischer Albaner ging die Nato ab März 1999 militärisch gegen Serbien als Teil der Bundesrepublik Jugoslawien vor.

KFOR sollte Entwicklung Kosovos als eigenständiger Staat unterstützen

Internationale KFOR-Truppen sollten seither die Entwicklung des Kosovo zu einem eigenständigen Staat unterstützen.

Die EU vermittelt seit Jahren weitgehend ohne Erfolg zwischen Kosovo und Serbien, das seine vor zehn Jahren abgefallene frühere Provinz wieder zurückhaben will.

Zuletzt war ein Gebietstausch im Gespräch. Serbien sollte den Norden Kosovos mit lokaler serbischer Bevölkerungsmehrheit bekommen, Kosovo eine Region in Südserbien mit albanischer Mehrheit.

Weil die Vorstellungen beider Seiten sich aber ausschlossen, war diese Möglichkeit von Anfang an nicht einmal theoretisch möglich.

Lage bleibt angespannt

Die Lage im Kosovo bleibt aber dramatisch angespannt. Erst in der letzten Woche hatte Serbien wegen seines Nachbarn Armee und Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.

Die serbische Regierungszeitung "Novosti" schrieb am Donnerstag auf der Titelseite: "Der Westen warnt Serbien. Wenn ihr ins Kosovo eindringt, bekommt ihr Krieg mit der Nato".