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Das schwere Los der IS-Kinder

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Das schwere Los der IS-Kinder

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Die Schreckensherrschaft der Miliz Islamischer Staat hat eine Generation von Kindern zurückgelassen, deren bisheriges Leben zum Teil von Terror und Zerstörung geprägt war. Was wird aus diesen Mädchen und Jungen? Dawlets Vater war IS-Mitglied, die Mutter starb schon vor einigen Jahren an Krebs.

„Ich mache das Bett, dann die Wäsche, dann bereite ich das Frühstück für meine Brüder vor", berichtet die Zwölfjährige aus ihrem täglichen Leben. „Dann lasse ich sie zum Spielen nach draußen. Ich bleibe zu Hause, wasche das Geschirr ab und mache sauber. Meine Schwester kümmert sich um das Mittagessen, wir essen dann auch am Abend bei ihr."

Dass ihr Vater früher IS-Mitglied war und jetzt in Haft sitzt, macht Dawlet und ihre Geschwister für viele Nachbarn zum roten Tuch. Das Haus, in dem die Familie früher lebte, wurde nach der Vertreibung der Dschihadisten niedergebrannt - als Rache, weil der Vater Terrorist war.

Alexandra Saieh, Leiterin der Rechtsabteilung der Hilfsorganisation Norwegischer Flüchtlingsrat, sagt: „Es muss ernsthafte Versöhnungsbemühungen geben, damit Kinder und Familien von mutmaßlichen IS-Anhängern wieder Teil der Gesellschaft werden. Oder dass zumindest eine Lösung gefunden wird, damit sie sich anderswo wieder ein Leben aufbauen können. Ewig in einem Flüchtlingslager zu leben, ist keine haltbare Lösung des Problems."

Schätzungen gehen davon aus, dass noch heute zehntausende Kinder direkt oder indirekt unter dem IS-Trauma leiden.