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Mélenchon und die Woche der Wut - in Fotos und Videos

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Mélenchon und die Woche der Wut - in Fotos und Videos

Mélenchon und die Woche der Wut - in Fotos und Videos
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REUTERS/Gonzalo Fuentes
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Am Dienstag, den 16.10.2018, haben Ermittler die Wohnung des Linken Politikers Jean-Luc Mélenchon und die Büros seiner Partei "La France Insoumise" ("Das unbeugsame Frankreich") durchsucht. Es laufen Vorerrmittlungen wegen Scheinbeschäftigung im EU-Parlament und wegen möglicherweise illegaler Wahlkampffinanzierung. Sowohl bei sich zu Hause als auch am Sitz der Partei stellte Jean-Luc Mélenchon Livestream-Videos auf seine Facebook-Seite.

Weil die Ermittler Mélechon am Sitz der Partei nicht in die Büros lassen wollten, schrie er: "Schlagt die Tür ein, Kamaraden;" Zudem ruft Mélenchon "La République, c'est moi !" ("Die Republik bin cih!), der 67-J¨ährige schubst einen Staatsanwalt und eine Polizisten beiseite.

In seiner Wohnung, wo die Durchsuchung am frühen Morgen begonnen hatte, beschimpfte er auch die Polizei- und anderen Beamten und beklagte einen politischen Hintergrund der Razzien. "Sie werden sehen, morgen finden sie einen Vorwand oder irgendeinen Grund, uns in den Knast zu stecken", sagte er. "Das ist ihre neue Technik."

Nicht nur eine Polizeigewerkschaft kündigte daraufhin an, sie wolle Klage gegen Mélenchon einreichen, weil er die Beamten beleidigt habe.

Mélenchons Videos wurden im Internet tausendfach geteilt.

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Am Donnerstag wurde der Politiker in Nanterre, einem Vorort von Paris von Antikorruptionsermittlern befragt.

Richtig wütend wird Mélenchon allerdings, als ihn Journalisten nach seiner Beziehung zur Marketing-Expertin Sophia Chirikou (39) fragen. Die Chefin der Agentur Mediascop, die während der Wahlkampagne 2017 für Mélenchons Partei gearbeitet hat, hat laut "France Info" eine Rechnung über 1,2 Millionen Euro an "La France Insoumise" gestellt. Das sind 11 % der gesamten Wahlkampfkosten der Partei. Am Freitag wurde Sophia Chirikou in Nanterre dazu befragt.

Die Frage eines Journalisten, welche Beziehung Mélenchon zu Chirikou habe, beantwortet der Politiker zunächst mit "hervorragend". Doch dann unterstreicht der Politiker, er sei ledig - und regt sich darüber auf, dass er Fragen nach seinem Privatleben beantworten soll.

Die Internetplattform Médiapart berichtet am Freitag, dass sich Sophia Chirikou vor der Razzia in Jean-Luc Mélenchons Wohnung aufgehalten haben soll. Seit diesem Artikel hat der Poltiker zahlreiche - teils ironische - Attacken gegen Edwy Plenel, den Herausgeber von Médiapart, lanciert. So schreibt Mélenchon auf Facebook, Plenel habe sich nach seinem "medialen Durchfall" ausgerechnet in Mélenchons Wahlkreis in Marseille begeben, um den 10. Jahrestrag der Gründung von Médiapart zu feiern. Und der Politiker ruft dazu auf, Freunde und Nachbarn des Journalisten zu denunzieren.