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An den Stränden nagt das Meer - Portugal verschwindet

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An den Stränden nagt das Meer - Portugal verschwindet

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Portugal wird weniger – der Atlantische Ozean nagt an seinen Küsten. In Europa ist es mit am stärksten von Küstenerosion betroffen. In den am stärksten betroffenen Gebieten hat sich die Küstenlinie schon hundert Meter zurückgezogen. Am deutlichsten wird das in der Mitte und im Norden Portugals, nördlich von Porto hat sich das Meer an die Siedlungen herangefressen. Holzstämme und Felsen wurden platziert, aber nicht alles, was gut gemeint war, half auch wirklich gegen den Schwund.

Rui Lages ist Eigentümer eines Hauses nah an der Küste:

"Das Meer 'frisst' den Sand… sie haben nördlich von hier Buhnen gebaut, die aber die Dünen hier beeinflussen."

Der Vizepräsident der portugiesischen Umweltagentur Pimenta Machado bestätigt, dass Küstenschutzbauwerke im Norden weiter südlich Erosionsprobleme verursachen können. Aber vor jeder Maßnahme gäbe es eine Risikoanalyse, die Präventionspläne, Schutz- und Umsiedlungsmaßnahmen in Risikogebieten beinhalte – und am Ende eine Kosten-Nutzen-Abwägung sei.

"Unsere Modelle werden bestätigt, durch den Klimawandel verstärken sich die Schäden an den Küsten, sie werden noch mehr Sand verlieren. Die Küstenerosion wird sich in Portugal beschleunigen und verstärken, und das ist etwas, was wir sehr sorgfältig beobachten müssen."

Das Umweltministerium will jetzt in die künstliche Aufschüttung der Strände investieren. 35 Millionen Kubikmeter Sand werden in den am stärksten gefährdeten Gebieten aufgespült.

Diese Maßnahme hätte schon längst ergriffen werden sollen – und können. Meinen zumindest die Spezialisten an der Universität Porto:

Veloso Gomes, Ingenieur:

"Dank der Verschärfung durch den Klimawandel angesichts einer Situation, die lange bekannt ist, muss jetzt deutlich mehr getan werden. Früh bekannte Gegenmaßnahmen wurden nicht ergriffen, schon vor 40 Jahren wurde vorgeschlagen, die Strände durch Aufspülung zu stabilisieren. Entweder geschah nichts - oder das Falsche."