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Portugiesische Städte im Kampf gegen Küstenerosion

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Portugiesische Städte im Kampf gegen Küstenerosion

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Die Einwohner von Praia de Paramos im Norden Portugals sind in Aufruhr.

Die Häuser, in denen sie schon immer gelebt haben, werden abgerissen.

Die portugiesische Umweltbehörde schätzt, dass das Dorf mit seinen 100 Häusern gefährdet ist - wegen der Küstenerosion, die durch den Klimawandel verstärkt wird.

"Ich finde das absurd. Wir hatten nie große Probleme mit dem Meer. Man kann die Gischt vor der Kapelle spüren, aber das ist nichts Ernstes", sagt Alfredo Maganinho, ein Einwohner der Gemeinde.

Benvinda Rocha, die ebenfalls in Paramos lebt, betont: "Das Meer fügt niemandem irgendeinen Schaden zu."Auf die Frage, ob sie Angst habe, antwortet sie: "Nein. Ich habe nur Angst, mein Haus und mein Eigentum zu verlieren, weil ich in meinem Alter nichts anderes kriegen werde. Ich werde nicht weggehen, selbst, wenn sie mich zwingen."

Der Bürgermeister der Stadt Espinho, zu der Paramos gehört, hält den Abriss der Häuser nicht für die beste Lösung, um das Dorf vor Küstenerosion zu schützen: "Wir glauben, dass wir, wenn wir in den Schutz der Küstenlinie investieren, in neue Technologien, nämlich Offshore-Technik, und die Einwohner hier halten, dass wir damit das Durchhaltevermögen der Bevölkerung stärken und das Meer davon abhalten, weiter und weiter voranzuschreiten."

Die neue Raumplanung für die portugiesische Küste sieht den Abriss Dutzender anderer Gebäude an der 122 Kilometer langen Küste zwischen Caminha und Espinho vor.

Darunter befindet sich auch ein bekanntes Gebäude in Porto, das für die europäische Kulturhauptstadt 2001 gebaut worden war.

Es kostete 7,5 Millionen Euro und wurde von dem katalanischen Architekten Solà-Morales entworfen.

euronews-Reporterin Filipa Soares aus Porto:
"Dies ist nur eine der Maßnahmen für die neue Raumplanung für die portugiesische Küste. In den nächsten zehn Jahren wird Portugal fast 470 Millionen Euro ausgeben, um zu versuchen, die Risiken für Küstenerosion und die Anfälligkeit für den Klimawandel zu verringern."