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Brasilien-Wahl: Rechtspopulist Bolsonaro oder Haddad von skandalgebeutelter PT

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Brasilien-Wahl: Rechtspopulist Bolsonaro oder Haddad von skandalgebeutelter PT

Brasilien-Wahl: Rechtspopulist Bolsonaro oder Haddad von skandalgebeutelter PT
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Nach einem mit harten Bandagen geführten Wahlkampf wählen die Brasilianer einen neuen Präsidenten. Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro (rechtskonservative Sozial-Liberale Partei, PSL) geht als Favorit in die Stichwahl. Nach Umfragen liegt er mindestens acht Prozentpunkte vor Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei PT. Das Image seiner Arbeiterpartei ist nach Lateinamerikas größter Schmiergeldaffäre «Lava Jato» (Autowäscherei) schwer beschädigt.

Eine Wirtschaftskrise ab 2012 wuchs sich im Jahr 2014 zu einer Rezession aus. Diese endete zwar 2016 nach dem umstrittenen Sturz der dilettantisch agierenden Präsidentin Dilma Rousseff. Aber nun sind 12 Prozent der Brasilianer ohne Job. Experten der Getúlio-Vargas-Stiftung schätzen, dass Brasilien bis 2020 brauchen wird, um sich von dem tiefen Einschnitt zu erholen.

Mit Warnungen versuchte Haddad bis zur letzten Minute, Wähler zu mobilisieren:

"Ich bin für Folter"

Jair Bolsonaro Rechtspopulistischer Präsidentschaftsanwärter in Brasilien

"Ich lade alle Demokraten ein, sich mir anzuschließen. Öffentlich, aber auch von Mensch zu Mensch, habe ich alle Demokraten eingeladen, weil ich das Gefühl habe, dass Bolsonaro ein großes institutionelles Risiko darstellt."

Haddads politischer Ziehvater, Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, sitzt wegen Korruption für 12 Jahre im Gefängnis. Viele haben Korruption und Gewalt satt - und wollen einen radikalen Wechsel.

JAIR BOLSONARO

Rechtspopulist Jair Bolsonaro:

"Was auf dem Spiel steht, ist nicht die Demokratie. Was auf dem Spiel steht, ist die Fortdauer dieser verrotteten Maschinerie, die wir hier haben - die von Korruption lebt."

Bolsonaro provoziert immer wieder mit Ausfällen gegen Frauen,
Schwarze und Schwule sowie mit seiner Sympathie für die
Militärdiktatur (1964-1985). Zitat: "Ich bin für Folter".
Als Präsident will Bolsonaro das Waffenrecht liberalisieren, gegen Homoehe und Abtreibung eintreten und die Rechte indigener Gemeinschaften im Amazonas-Gebiet beschneiden.

Beobachter befürchten noch mehr Gewalt und negative
Auswirkungen auf den internationalen Klimaschutz und die soziale Lage im größten Land Südamerikas.