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Nach Explosion in Archangelsk: Terror-Verdacht gegen Teenager

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Nach Explosion in Archangelsk: Terror-Verdacht gegen Teenager

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Nach einer Explosion beim russischen Inlandsgeheimdienst FSB in Archangelsk hat das Staatliche Ermittlungskomitee ein Verfahren wegen Terrorismus und Besitzes von Sprengstoff eingeleitet, so das Nationale Anti-Terror-Komitee NAC.

Archangelsk zählt knapp 400.000 Einwohner und liegt mehr als tausend Kilometer nördlich der Hauptstadt Moskau am Weißen Meer.

Am Eingang des FSB-Gebäudes der Hafenstadt in Nordrussland habe ein 17-Jähriger einen gebastelten Sprengsatz aus einer Tasche geholt, der kurze Zeit später in seinen Händen explodiert sei, so das Komitee. Dabei seien drei FSB-Beamte verletzt worden. Der Täter war laut Nachrichtenagentur Interfax ein 17-jähriger Einheimischer. Laut Berichten ("SZ") soll der junge Mann Student gewesen sein und seine Tat zuvor im Messengerkanal Telegram angekündigt haben.

Einen entsprechenden Screenshot veröffentlichten russische Medien. Es habe sich herausgestellt, dass der 17-Jährige anarchistische Ansichten vertreten habe und Mitglied einer solchen Gruppe im Internet gewesen sein soll.

Russland geht seit einiger Zeit verstärkt gegen Jugendliche wegen des Vorwurfs des „Extremismus“ vor. Dabei zielen die Behörden insbesondere auf Äußerungen in den sozialen Online-Netzwerken.

Vor Gebäuden des FSB hatten Ende Oktober mehrere hundert Menschen für die Freilassung von zehn wegen des Vorwurfs des Extremismus inhaftierten Jugendlichen und Erwachsenen demonstriert. Dabei waren nach Medienberichten („AFP“) Dutzende Menschen festgenommen worden.

Im April 2017 hatte es einen Angriff auf ein Büro des FSB in Ostsibirien gegeben. Ein Bewaffneter hatte zwei Menschen erschossen und war anschließend selbst getötet worden.

Galina Polonskaya, Euronews:

"Detaillierte Informationen über die Explosion in Archangelsk wurden sofort an Wladimir Putin weitergeleitet. Die terroristische Handlung, die ein Teenager am Eingang des FSB-Büros der Region Arkhangelsk begangen hat, wird in sozialen Netzwerken diskutiert. Einige fragen sich, wenn es so leicht ist, die Sicherheitsdienste anzugreifen - sind sie wirklich in der Lage, einen Terroranschlag in großem Maßstab zu verhindern?“

Galina Polonskaya, su