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Russland: Festnahmen bei Demos für verhaftete Jugendliche

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Russland: Festnahmen bei Demos für verhaftete Jugendliche

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In Moskau und St. Petersburg sind am Sonntag Dutzende Menschen festgenommen worden, die für zehn junge Russen demonstriert hatten, die seit März wegen "Extremismus" in Haft sind.

In St. Petersburg sah eine AFP-Journalistin etwa 20 junge Demonstranten, die während einer – von den örtlichen Behörden nicht genehmigten - Aktion festgenommen worden waren. Ein paar Dutzend Menschen hatten sich dafür im Stadtzentrum versammelt.

Joulia Pawlikowa

Joulia Pawlikowa, Mutter der im Frühjahr mit 17 Jahren verhafteten Anna Pawlikowa:

“Ich hätte nie gedacht, dass mir oder meinem Kind so etwas passieren könnte. Das bedeutet, es kann jeden treffen, dass sie eines Morgens an deine Tür klopfen und dein Kind wegbringen."

Anna Pawlikowa war im März dieses Jahres zusammen mit neun anderen jungen Russen - alles Mitglieder der politischen Diskussionsgruppe „Neue Größe“ (Новое Величие) – verhaftet worden. Ihnen wird vorgeworfen, den Sturz der Regierung von Präsident Wladimir Putin geplant zu haben. Im August wurde die Haft - vorläufig - in Hausarrest umgewandelt.

Die Beschuldigten geben an, sie hätten ihren kritischen Online-Chat auf dem Messenger-Dienst „Telegram“ zu einer politischen Bewegung gemacht - auf Vorschlag eines ihrer Mitglieder.

Später wurde bekannt, dass dieser Mann, der auch die Charta der neuen Bewegung verfasste und Räumlichkeiten für die Versammlungen mietete, offenbar ein Spezial- Agent des Inlandsgeheimdienstes FSB war.

Hauptquartier des Geheimdienstes FSB in Moskau