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US-Zwischenwahlen: Unsicheres Spiel für den Handel

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US-Zwischenwahlen: Unsicheres Spiel für den Handel

US-Zwischenwahlen: Unsicheres Spiel für den Handel
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Die Handelsgespräche mit der Europäischen Union über den "Abbau von Handelshemmnissen" werden nach den US-Zwischenwahlen Ende November wieder aufgenommen. Dann soll es einen Plan zur "endgültigen Festlegung der Ergebnisse in einer Reihe von Bereichen" geben. Ein Grund für die Wirtschaft, diese Wahlen aufmerksam zu verfolgen.

Neben der Drohung Donald Trumps, hohe Zölle auf Autoeinfuhren zu erheben, leiden andere Märkte bereits unter der Erhöhung der Zölle für Aluminium- und Stahlimporte, die der US-Präsident vor Kurzem beschloss. Besonders kleine und mittlere Unternehmen können steigende Kosten aufgrund des Handelsstreits kaum stemmen.

Lucio Miranda ist Gründer und Präsident von EXPORT USA. Das Unternehmen unterstützt kleine und mittlere europäische Unternehmen beim Export und Verkauf in die USA:

"Wenn die Wahlen für Trump gut laufen und die Macht der Trump-Regierung bestätigt wird, werden auch die Handelsgespräche einfacher, denn die Trump-Administration muss nicht mehr ihre Muskeln spielen lassen, um politische Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Dann wäre es einfacher, eine Einigung über die Handelszölle zu erzielen."

Aktuell sind die Auswirkungen der Stahlzölle noch nicht so stark spürbar. Obwohl einige Unternehmen, die von ausländischen Autoteilen oder ausländischen Lieferanten abhängig sind, steigende Kosten verzeichnen, wurde dies durch politische Unterstützung für Stahl- und Metallproduzenten in den USA ausgeglichen. Laut diesem Wirtschaftsexperten ist der Handel nur eines der politisch sensiblen Themen. Wenn Trump die Zwischenwahlen verliert, könnte das Raum für ein schnelles Abkommen mit Europa schaffen:

"Handelsabkommen werden in der Regel über Jahre bzw. Jahrzehnte und nicht über Monate ausgehandelt. Wenn der Präsident bei diesen Zwischenwahlen verliert, könnte das für Europa die Gelegenheit sein, in den kommenden drei vier Monaten einen besseren Deal abzuschließen", Professor Joseph Foudy, Department of Economics Stern School of Business New York University.

Es gibt starke Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, würde das die Märkte bedrohen und mehr Unsicherheit schaffen. Experten sind sich uneins, was ein Sieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen für den Handel bedeuten würde:

"Wenn sie das Repräsentantenhaus zurückerobern und ein Amtsenthebungsverfahren beginnen, wird das mehr Unsicherheit schaffen, wenn sie das Haus zurückerobern und dadurch die Aktivitäten des Präsidenten einschränken können, wird das wahrscheinlich eine gute Sache sein, aber Tasache ist, dass das Repräsentantenhaus keine Handelspolitik betreibt", so Yvonne Bendinger-Rothschild, American Chamber of Commerce New York.