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Bundeswehr wächst wieder – aber wie nachhaltig ist der Trend?

Rekruten der Bundeswehr am 4. September 2025 vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf an einer Vereidigungszeremonie
Rekruten der Bundeswehr am 4. September 2025 vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf an einer Vereidigungszeremonie Copyright  AP Photo/Martin Meissner
Copyright AP Photo/Martin Meissner
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Mehr Bewerbungen, mehr Neueinstellungen: Die Bundeswehr legt zu. Doch der Zuwachs wird vor allem im Bereich der kurzzeitigen Verpflichtungen verzeichnet – und wirft damit die Frage auf, wie stabil der Aufwuchs wirklich ist.

Mit Beginn des Jahres gilt der neue Wehrdienst, der die Bundeswehr personell stärken soll. Dem Verteidigungsministerium zufolge zeigt die Entwicklung Wirkung: Auch im Februar 2026 verzeichnet die Bundeswehr mehr Bewerbungen und Einstellungen als im Vorjahr. Bis Ende des Monats gingen rund 16.100 Bewerbungen für eine militärische Laufbahn ein – etwa 20 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

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Zudem ist dem Ministerium zufolge die Zahl der Neueinstellungen gestiegen: Seit Jahresbeginn sind mehr als 5.300 Menschen zur Bundeswehr gekommen, rund 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs zeigt sich vor allem bei den Mannschaftsdienstgraden. Derzeit leisten etwa 13.400 Menschen freiwilligen Wehrdienst oder dienen für vergleichsweise kurze Zeit als Zeitsoldatinnen und -soldaten.

Im Jahresvergleich ist das ein Plus von rund 15 Prozent, womit vor allem der Bereich mit kurzen Verpflichtungszeiten steigt. Insgesamt umfasst die Bundeswehr aktuell etwa 186.200 aktive Soldaten – rund 3.600 mehr als im Februar 2025.

Im Jahresverlauf sind solche Zahlen allerdings nicht konstant, da gerade im Frühjahr für viele die Dienstzeit planmäßig endet. Der Wechsel in Studium, Ausbildung oder zivile Berufe gehört zum System und führt regelmäßig zu Rückgängen.

Auch die Nachfrage nach Grund- und Basisausbildungen ist zu Jahresbeginn traditionell niedriger als in späteren Monaten. Das Interesse an der Bundeswehr bleibt damit hoch, die Entwicklung ist jedoch weiterhin stark von kurzfristigen Verpflichtungen und saisonalen Effekten geprägt.

Truppen sollen anwachsen

Ziel ist es, allein in diesem Jahr rund 20.000 Freiwillige zu gewinnen, wie Euronews im Januar berichtete. Damit liegt die Marke deutlich über den Zahlen von 2025, als gut 12.000 Menschen neu dazukamen. Eine feste jährliche Zielgröße hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius lange nicht genannt. Langfristig sind die Pläne deutlich größer: Bis 2035 soll die Truppe von aktuell rund 183.000 auf bis zu 270.000 Soldatinnen und Soldaten wachsen.

Zusätzlich ist ein umfangreicher Reservistenaufbau vorgesehen.

Das neue Wehrdienstmodell setzt dabei zunächst auf Freiwilligkeit. Sollte das nicht ausreichen, bleibt eine Rückkehr zur Wehrpflicht politisch möglich. Innerhalb der Union gab es bereits Kritik an zu unkonkreten Vorgaben im Gesetz. Um mehr junge Menschen zu gewinnen, wird der Dienst attraktiver gestaltet – etwa durch ein vergleichsweise hohes Einstiegsgehalt oder finanzielle Zuschüsse. Gleichzeitig zeigen Umfragen ein gemischtes Bild: Während eine knappe Mehrheit die Reform unterstützt, ist die Bereitschaft, selbst zu dienen, deutlich geringer – vor allem bei Jüngeren.

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