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Seehofer: "Muslime gehören zu Deutschland"

Seehofer: "Muslime gehören zu Deutschland"
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REUTERS/Hannibal Hanschke
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"Muslime gehören zu Deutschland" mit diesem Satz - der für ihn auch eine Kehrtwende bedeutet - hat Innenminister Horst Seehofer die Islamkonferenz in Berlin eröffnet. Er unterstrich zwar Deutschlands christlich-jüdische Prägung, gab sich aber versöhnlich. Er sagte: "Deshalb setze ich darauf, dass wir diesen ehrlichen, offenen, konstruktiven, auch von Toleranz geprägten Dialog zustande bringen. Darum geht es im Wesentlichen auf dieser 4. deutschen Islam-Konferenz: Und meine zentrale Frage ist: Wie können wir einen Islam in Deutschland fördern, der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist?" Und er betonte: "Muslime haben selbstverständlich die gleichen Rechte und die gleichen Pflichten wie jeder hier in Deutschland."

Wie können wir einen Islam in Deutschland fördern, der in unserer Gesellschaft verwurzelt ist?

Horst Seehofer Deutscher Innenminister

Streitthemen sind die Ausbildung der Imame und der Einfluss der Türkei auf die Moscheen in Deutschland. Bisher gibt es kaum vor Ort ausgebildete Imame, aber selbst diese haben Mühe, Stellen zu finden.

Die Moscheegemeinden sollten nicht nur Organisation und Finanzierung "weitgehend selbst" stemmen, sondern auch die Ausbildung von Predigern, erklärte Seehofer.

Wie die Finanzierung konkret sichergestellt werden sollte, sagte Seehofer nicht. Er kündigte aber an, bestehende Förderprogramme für Integrationsprojekte der Moscheegemeinden sollten ausgebaut werden.

Kritik hatte es zuletzt vor allem an Predigten und Aktivitäten von Imamen des türkischen Islam-Dachverbandes Ditib gegeben. Einigen Predigern war vorgeworfen worden, sie hätten Gläubige bespitzelt.

Die Islam-Konferenz wird auch in den sozialen Medien kommentiert.