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„Heißzeit“ ist Wort des Jahres 2018

Ein Mann liegt an einem Strand am Berliner Wannsee
Ein Mann liegt an einem Strand am Berliner Wannsee -
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REUTERS/Fabrizio Bensch
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Die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) hat „Heißzeit“ zum Wort des Jahres 2018 gekürt. Der Begriff umschreibe nicht nur den extremen Sommer, sondern beziehe sich auch auf den Klimawandel. Außerdem sei „Heißzeit“ mit der lautlichen Ähnlichkeit zu „Eiszeit“ eine interessante Wortbildung, urteilten die Sprachexperten in Wiesbaden.

Die Wörter des Jahres spiegeln wider, was die Menschen das Jahr über bewegt hat. In diesem Fall war es vor allem der lange, besonders trockene Sommer, der wahrscheinlich ein Symptom des Klimawandels ist.

#Funklochrepublik, #Ankerzentren, #WirsindMehr

Auf den zweiten Platz wählte die Jury „Funklochrepublik“. Spätestens seit dem Bundestagswahlkampf 2017 sei die teils schlechte Abdeckung mit Mobilfunk auf dem Land ein politisches Thema.

Dahinter folgte der Begriff „Ankerzentren“. „Anker» steht in diesem Fall nicht für Sicherheit – wie ein Boot, das durch einen Anker gesichert wird –, sondern setzt sich aus den Anfangsbuchstaben mehrerer Wörter zusammen: Ankunft, kommunale Verteilung, Entscheidung und Rückführung. Gemeint damit sind Flüchtlings-Aufnahmezentren, die laut dem Vertrag der Großen Koalition in Deutschland aufgebaut werden sollen. Kritikern zufolge sei dieses Wort eine beschönigte Version von Flüchtlingslagern, deren Bewohner von der Außenwelt abgeschottet würden.

Auf den vierten Platz hat es ein ganzer Satz geschafft: Unter dem Slogan „Wir sind mehr“ reagierte eine breite Öffentlichkeit auf eine rechte Kundgebung mit fremdenfeindlichen Übergriffen in Chemnitz diesen Sommer.

#strafbelobigt, #Pflegeroboter, #Diesel-Fahrverbot, #Handelskrieg, #Brexit-Chaos, #MutterallerProbleme

Mit „strafbelobigt“ auf Rang fünf beziehen sich die Sprachwissenschaftler auf den Fall Maaßen. Der Streit um den Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen entzweite die Große Koalition. Nach Maaßens umstrittenen Stellungnahmen zu den Vorfällen in Chemnitz wollte Innenminister Horst Seehofer (CSU) ihn ursprünglich zum Staatssekretär im Innenministerium ernennen - was formal eine Beförderung gewesen wäre. Inzwischen wurde Maaßen in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Auf die Plätze sechs bis neun wählte die Jury „Pflegeroboter“, „Diesel-Fahrverbot“, „Handelskrieg“ und „Brexit-Chaos“. Schlusslicht in der Liste ist „die Mutter aller Probleme“ - eine Äußerung von Seehofer zur Flüchtlingsfrage.

Die Gesellschaft kürte 1971 erstmals ein Wort des Jahres. Es geht der Gesellschaft um Begriffe, die das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise bestimmt haben.