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Wort des Jahres: Klimawandel bestimmt Schweizer Auswahl

Klimaaktivistin Greta Thunberg - der Klimawandel spielte für die Schweizer Wörter des Jahres eine wichtige Rolle
Klimaaktivistin Greta Thunberg - der Klimawandel spielte für die Schweizer Wörter des Jahres eine wichtige Rolle -
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Associated Press
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Bei den deutschen Wörtern des Jahres ging es um soziale Gerechtigkeit und Verkehr, in der Schweiz geht es um Klimawandel und Generationenkonflikte: Das Wort des Jahres der Eidgenossen ist "Klimajugend". Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW in Winterthur, die die Begriffe bestimmt, begründete ihre Wahl mit der "ernsten Besorgnis", mit der Jugendliche in der Schweiz dazu aufriefen, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Sie hätten "Biss, Schlagkraft und Ausdauer wie Greta Thunberg", würden Zehntausende auf die Straße bringen, weil sie wissen: "Das Klima geht uns alle an."

Auf dem zweiten Platz kürten die SprachwissenschaftlerInnen den Ausdruck "OK Boomer": "die Antwort darauf, wenn sich eine Person aus der Babyboomer-Generation abwertend und herablassend über die Meinung einer jüngeren Person äussert", so die Definition laut ZHAW. Auch dieser Ausdruck habe mit dem Thema Klimawandel zu tun: Während einer Debatte unterbrach ein Babyboomer eine junge Frau, diese entgegnete "OK Boomer".

"Flugscham" auf Platz Drei

Und auch das Platz Drei wird vom Klimawandel bestimmt: "Flugscham". Das Wort stehe für die Scham darüber, trotz Klimawandel nicht auf Flugreisen zu verzichten, so die WissenschaftlerInnen. "Im Wort Flugscham verbindet sich Reiselust mit Klimakrise, setzt Globalisierung ihren ökologischen Fussabdruck, verzahnen sich Flugmeilenprämien mit Gewissensbissen", heißt es in der Begründung.

Die ZHAW bestimmt die Wörter laut eigenen Angaben zunächst anhand der Schweizer Diskursdatenbank Korpus Swiss-AL. Sie treffen eine Vorauswahl von 20 Wörtern. Dann wähle eine Jury aus dieser Liste, Publikumsvorschlägen und aufgrund eigener Erfahrungen die ihrer Meinung nach die Wörter des Jahres aus.

Österreich: "Bsoffene Gschicht" oder "Zöpferldiktatur" hoch im Kurs

In Österreich stehen die Wörter des Jahres noch nicht fest. Bis zum 1. Dezember konnte online aus einer Auswahl zuvor bestimmter Wörter abgestimmt werden, wie das "Forschungszentrums Österreichisches Deutsch" erklärt. Eine Jury bestimmt dann das Wort, Unwort und das Jugendwort sowie den Spruch und den "Unspruch" des Jahres. Zur Auswahl stehen für 2019 laut österreichischen Medien Ausdrücke, die in Zusammenhang mit der Ibiza-Affäre stehen, wie "Bsoffene Gschicht" oder "Die Richtung stimmt", Ausruf von SPD-Chefin Pamela Rendi-Wagner nach dem erneuten Wahldebakel ihrer Partei. Hoch im Kurs stehen demnach auch "Strachmatt" oder "Zöpferldiktatur". FPÖ-Chef Norbert Hofer wetterte mit diesem Ausdruck gegen den Klima-Kampf der zöpfetragenden schwedischen Aktivistin Greta Thunberg.

Das Wort des Jahres 2018 war "Schweigekanzler". Die Begründung: Der damalige Bundeskanzler Kurz habe "wiederholt jedwede Reaktion zu für ihn unangenehmen Themen und zu Handlungen und Äußerungen von Mitgliedern der Koalitionspartei, bei denen die Öffentlichkeit eine klärende Aussage des Bundeskanzlers erwarten durfte" vermieden. "Schweigekanzler" war bereits 2005 Wort des Jahres.

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