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Genua – ein Blick zurück, ein Blick in die Zukunft

Genua – ein Blick zurück, ein Blick in die Zukunft
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Vier Monate nach dem Einsturz der Morandi-Brücke sind wir noch einmal nach Genua gereist. Dort versuchen Unternehmen, den richtigen Umgang mit der Krise zu finden. Familien, die ihr Heim verloren haben und Überlebende glauben, dass nichts mehr so sein wird wie zuvor.

Eine Stadt, die auseinandergerissen wurde, und die jetzt unter dem Verlust und den Folgen des Einsturzes leidet. Der Feuerwehrmann Luca Infantino hatte am 14. August Dienst. Er hätte so ein Desaster in seiner Heimatstadt nie erwartet.

Luca Infantino, Feuerwehrmann, am Tag des Einsturzes im Dienst:"Ich komme von hier, das verändert die Sichtweise auf das Ganze. So oft bin ich über diese Brücke gefahren, es hätte auch mir oder meinen Verwandten passieren können. Wirklich schlimm finde ich, dass die Stadt jetzt schon seit Monaten zweigeteilt ist."

Auf den Straßen um die Brücke ist es ungewöhnlich leer und still um die Weihnachtszeit. Die Anwohner in den Häusern unter der Brücke mussten ihre Wohnungen verlassen, Läden haben geschlossen.

Mariuccia, Anwohnerin:"Es ist alles leer. Es gibt nicht viele Läden hier, und auch nur wenige Menschen. Wir fühlen, wie traurig dieses Weihnachten sein wird, wenn wir an die Menschen denken, die nicht mehr mit uns sind."

Fabrizio, Arbeiter:"In einem Monat ist hier alles vorbei. Ich und der Rest der Angestellten, wir werden aufhören zu arbeiten. Hier kommt wegen des Einsturzes niemand mehr her. Wir müssen unser Unternehmen schließen."

Am schwersten trifft es die Geschäfte in der Stadt. Die Verluste betragen mehr als 400 Millionen Euro. Die Auswirkungen auf den Straßenverkehr zwischen der Hafenstadt und dem Rest Europas sind groß. Die Verwaltung sucht Lösungen gegen das Verkehrschaos. Am 10. Dezember wurde eine neue Autobahn eröffnet, sie soll dem Schwerlastverkehr den Zugang zum Hafen erleichtern. Das betrifft 6.000 der 80.000, die vor dem Einsturz ihr Ziel über die Morandi-Brücke angefahren haben.

Genuas Hafen ist einer der wichtigsten Europas. In den vergangenen Jahren hat sich die Produktivität um 60 Prozent erhöht. 3000 Unternehmen sind hier, die sich jetzt um ihre Zukunft sorgen.

Giampaolo Botta, Chef von Spediporto:"Wir mussten umstrukturieren und neue Wege durch die Stadt finden. Und wir mussten überdenken, wie wir im Hafen weiter unserer Arbeit nachgehen können."

Viele befürchten, dass der Ausnahmezustand, der für ein Jahr erklärt wurde, nicht ausreicht, um die Wunden der Stadt zu heilen.