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Brasilien: Neue Regierung will Verwaltung "säubern"

Brasilien: Neue Regierung will Verwaltung "säubern"
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In Brasilien weht nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Jair Bolsonaro ein neuer Wind.

Bolsonaro will Brasilien umkrempeln

Der Rechtspopulist hat schon mit dem ersten Treffen seines Kabinetts begonnen, das größte Land Lateinamerikas umzukrempeln. So enthüllte Bolsonaro Pläne zur Intensivierung der Privatisierungen und zur Verschärfung der Richtlinien für Gefängnisstrafen. Er übertrug die Verantwortung für die Schutzgebiete der indigenen und afrobrasilianischen Gemeinschaften dem Landwirtschaftsministerium.

Der rechtsextreme Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, Brasiliens Wirtschaft zu liberalisieren, das Land vom "Sozialismus" zu befreien, gewalttätige Drogenbanden zu bekämpfen und in Bildung zu investieren.

Staatsminister Lorenzoni spricht von "Säuberungen" der Verwaltung

Staatsminister Onyx Lorenzoni sprach nach der ersten Kabinettssitzung von "Säuberungen". Ministeriumsangestellte, die ideologisch nicht mit der neuen Regierung übereinstimmten, würden entlassen. Allein in seinem eigenen Ministerium Lorenzoni sind das rund 300 Mitarbeiter.

Finanzmärkte reagieren zunächst positiv

Die Finanzmärkte haben zunächst positiv auf den Amtsantritt Bolsonaros reagiert. Der Leitindex Ibovespa stieg am Mittwoch um 3,56 Prozent und schloss mit einem neuen Rekord bei 91 012 Punkten. Auch der brasilianische Real legte am ersten Arbeitstag des neuen Staatschefs kräftig zu und wertete gegenüber dem US-Dollar um 2,08 Prozent auf.

Das dürfte den Wunsch der Anlieger nach einer liberalen Wirtschaftspolitik des früheren Militärs widerspiegeln.