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Ungarn: Erneut Proteste gegen Regierung

Ungarn: Erneut Proteste gegen Regierung
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In Ungarn haben erneut Tausende Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban demonstriert. Im Zentrum von Budapest gingen etwa 2000 Menschen auf die Straße. Die seit Mitte Dezember andauernde Protestwelle richtet sich vor allem gegen ein Arbeitsgesetz, laut dem bis zu 400 Überstunden im Jahr erlaubt sind. Die Demonstranten nennen es Sklavengesetz. Ihr Zorn richtet sich aber auch gegen mangelnde Pressefreiheit und Gewaltenteilung.

"Wir haben genug von dieser Regierung", so eine ältere Demonstrantin. "Wir haben genug von dieser Politik und wir wollen das ändern."

"Wir müssen für uns eintreten, weil niemand sonst es tut", sagte ein Mann. "Anders geht es nicht. Wir müssen für uns selbst sprechen."

"Ich bin etwas enttäuscht, weil wir nicht so viele sind, wie wir eigentlich sein sollten", so eine weitere Demonstrantin.

Auch in anderen Städten wie im ostungarishen Nagykallo gab es Proteste. Demonstranten errichteten Straßenblockaden. Der Protest fiel jedoch kleiner aus als erwartet. Oppositionspolitiker wie Imre Komjáthi von der Ungarischen Sozialistischen Partei (MSZP) gaben sich unbeirrt: "Wir möchten den Leuten zeigen, dass sie sich von der Regierung nicht verraten und einschüchtern lassen sollen, sondern weiter demonstrieren, bis die Regierung den Forderungen der Gewerkschaften entgegenkommt."

"Wenn nichts passiert, machen wir weiter", so György Kovács von Partei Demokratische Koalition.

In Tatabanya, 60 Kilometer westlich von Budapest, gingen mehrere hundert Bürger auf die Straße. Reicht dieses Engagement, um die Regierung zum Einlenken zu bewegen?

Gábor Tanács, euronews: "Bei den Demonstrationen am Samstag war die große Frage, ob der Druck auf die Orban-Regierung größer oder kleiner wird. Diese hat klar gemacht, dass sie die Gesetze, gegen die protestiert wird, nicht zurückziehen wird. Die Tatsache, dass zwei- bis dreitausend Menschen in Budapest marschiert sind, zeigt, dass die Unzufriedenheit zwar weiterhin da ist, größer geworden ist der Druck auf die Regierung aber nicht."