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Keine Hilfe: Migranten ertrinken im Mittelmeer

Keine Hilfe: Migranten ertrinken im Mittelmeer
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Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch hat am Wochenende bei einer Rettungsaktion im Mittelmeer erneut knapp 50 Migranten an Bord genommen. Die Sea Watch 3 ist momentan das einzige Schiff einer Hilfsorganisation im Mittelmeer vor Libyen. Sie kontaktierte mehrere Länder mit der Bitte um Erlaubnis zum einlaufen - vergeblich.

Währenddessen befanden sich weitere 100 Migranten etwa 60 Meilen nördlich der libyschen Küste in Seenot, ihr Schlauchboot sank. Der private Seenotruf "Watch the Med Alarm Phone" wurde von maltesischen und italienischen Stellen immer wieder nach Libyen als zuständig verwiesen. Alle Versuche, diese Stellen zu erreichen, blieben ergebnislos:

Die Seawatch 3 erfuhr über Funk zwischen italienischer Marine und der Koordinationsstelle in Rom von der Tragödie, war aber am frühen Sonntag Abend gute 15 Stunden vom Unglücksort entfernt. Rom richtete aus, Libyens Küstenwache sei zuständig.

Nachdem am Wochenende bereits 170 Schiffbrüchige ertrunken sind, könnte sich die Zahl jetzt um weitere 100 erhöhen. In den ersten drei Wochen des neuen Jahres sind bereits 200 Migranten im Mittelmeer ertunken.