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Deutschland: Der Kohlekompromiss ist da - gehen die Jobs?

Deutschland: Der Kohlekompromiss ist da - gehen die Jobs?
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REUTERS/Hannibal Hanschke
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Kurz vor Weihnachten bekam der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein ganz besonderes Geschenk: Kumpel der Zeche Prosper-Haniel in Bottrop drückten ihm das letzte Stück Steinkohle aus deutschem Boden in die Hand. Freude wollte aber nicht so richtig aufkommen. Steinmeier sprach gar von einem "Tag der Trauer".

Gut einen Monat später übertrafen sich die Mitglieder der Kohle-Kommission im Strahlen: Der Kompromiss zum Kohleausstieg ist gefunden. Kommissionsvorsitzender Ronald Pofalla sprach von einem "historischen Tag" und förderte Beachtliches zu Tage: "Das Erste ist: Es entstehen durch die Strukturmaßnahmen neue Arbeitsplätze in den Kohleregionen. Wir erhalten zum Zweiten eine sichere und bezahlbare Energieversorgung."

Doch nun spuckt den Kompromisslern einer kräftig in die Kohle-Suppe: Rolf Martin Schmitz, Chef des Energieversorgers RWE, rechnet mit einem "signifikanten Abbau" an Stellen ab 2023. Zunächst seien die Mitarbeiter der zu schließenden Kraftwerke betroffen, dann geht es auch bei den Beschäftigte im Tagebau ans Eingemachte. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, könne er noch nicht sagen - so Schmitz. Immerhin: Der Stellenabbau soll "sozialverträglich" erfolgen.

Die Kohle-Kommission hat empfohlen, bis Ende 2022 insgesamt 12,5 Gigawatt Leistung aus der Kohle-Verstromung vom Netz zu nehmen, um die eigentlich schon für 2020 zugesagten deutschen Klimaziele zumindest mit Verspätung zu erreichen. Bis 2030 sollen nach und nach weitere Braun- und Steinkohlewerke abgeschaltet werden. Endgültig auslaufen soll die Kohle-Verstromung spätestens 2038.

Dann wird Frank-Walter Steinmeier - oder sein Nachfolger - womöglich ein Stück Braunkohle und einen Schlüssel aus dem letzten Kohlekraftwerk Deutschland in der Hand halten.