Präsidentenchaos in Venezuela: Maduro kämpferisch

Präsidentenchaos in Venezuela: Maduro kämpferisch
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In Venezuela gibt sich de facto Präsident Nicolas Maduro weiterhin als starker Mann im Land. Auf Druck antwortet er selbstsicher in Richtung Opposition. Bei einer Massendemonstration sprach er vor Zehntausenden Anhängern von Neuwahlen – allerdings für das von der Opposition dominierte Parlament und nicht für das Präsidentenamt.

Die Verfassungsgebende Versammlung habe vor, das Thema Parlamentswahlen aus verfassungsmäßiger, historischer und politischer Perspektive zu untersuchen", so Maduro. Parlamentswahlen sollten noch in diesem Jahr ausgerufen werden. Wörtlich sagte Maduro: "Wir sollten die Legislative des Landes wieder legitimieren und freie Wahlen abhalten." Am Sonntag läuft ein Ultimatum mehrerer EU-Staaten aus. Die Länder haben Maduro aufgefordert, eine Präsidentschaftswahl anzusetzen, ansonsten würden sie Oppositionsführer Juan Guaidó als Präsidenten anerkennen.

"Hört mit der Yankee-Einmischung auf", rief Maduro in Richtung Ausland, "hört auf, nach Krieg zu rufen und einen Staatsstreich zu unterstützen, der bereits gescheitert ist."

Maduro im Gespräch mit Jordi Évole/la Sexta

Unterdessen hat Maduro auch die Repressionen gegen Journalisten gerechtfertigt. Mehrere Mitarbeiter ausländischer Medien waren vorübergehend festgehalten worden, darunter auch Vertreter der spanischen Nachrichtenagentur EFE. In einem Interview für den spanischen Sender la Sexta stritt Maduro die Festnahmen zunächst ab. Nach den Festnahmen der EFE-Journalisten gefragt sagte Maduro, diese seien vielleicht überprüft oder kontrolliert worden. Solche Überprüfungen mit einer Dauer von 24 oder 48 Stunden seien auch in anderen Ländern wie Spanien üblich.

Fest steht, die Regierung ist unter großem Druck. Medienberichten zufolge hat sie mehrere Tonnen Goldreserven außer Landes geschafft. Sie sollen im Nahen Osten verkauft werden, um so die Zahlungsfähigkeit Venezuelas zu erhalten.