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Vorgezogene Parlamentswahl: die Jungen als Zünglein an der Waage

Stimmabgabe in einem slowakischen Wahllokal am 30. September 2023
Stimmabgabe in einem slowakischen Wahllokal am 30. September 2023 Copyright Petr David Josek/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Copyright Petr David Josek/Copyright 2023 The AP. All rights reserved
Von Attila MagyarEuronews, dpa
Zuerst veröffentlicht am
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Das EU- und Nato-Land Slowakei ist einer der engagiertesten politischen und militärischen Unterstützer der Ukraine. Doch in der Bevölkerung ist die Militärhilfe umstritten. Wird sich das bei der Parlamentswahl an diesem Samstag ausdrücken?

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4,4 Millionen Wahlberechtigte waren an diesem Samstag in der Slowakei bei der vorgezogenen Parlamentswahl zur Stimmabgabe aufgerufen.

Im Mittelpunkt steht das Duell zwischen dem populistischen Ex-Regierungschef Robert Fico, der mit einer prorussischen und antiamerikanischen Botschaft in den Wahlkampf gezogen war, und dem liberalen und pro-westlichen Michal Simecka von der Partei Progressive Slowakei.

Es wird erwartet, dass keine Partei die Mehrheit der Sitze gewinnt, so dass eine Koalitionsregierung gebildet werden muss. Die Stimme der jungen Menschen (18 bis 25 Jahre) kann also den Unterschied ausmachen, denn sie umfassen fast eine halbe Million Wählerinnen und Wähler. Wenn sie denn überhaupt wählen gehen: Laut Umfragen einiger Meinungsforschungsinstitute, die für den Wahlkampf durchgeführt wurden, sind nur noch 52 Prozent der jungen Menschen daran interessiert, zu wählen. Im Vergleich zu Ende 2019 ist dies ein Rückgang um 16 Prozentpunkte.

Die Stimmen der jungen Generation

Eine junge Frau in Bratislava sagte: "Ich denke, dass diese Wahlen wirklich wichtig für unsere Zukunft und die Zukunft unserer jungen Bürger sind, deshalb bin ich wirklich gespannt, wie es am Ende ausgehen wird."

Ein andere junge Frau in der Hauptstadt sagte gegenüber Euronews: "Es ist eine Entscheidung zwischen der Demokratie und der Orientierung nach Osten, nach Russland."

Ein Mann um die 30 Jahre sagte: "Die alte Partei, die SMER, steht für viel Korruption und viele Krisen. Und die Progressive Slowakei will wirklich einige große Veränderungen vornehmen, zum Beispiel für LGBT-Menschen."

Mit Blick auf seinen Rivalen sagte Fico, er wünsche sich, dass sein Land nicht von "Amateuren" ohne politische Erfahrung geführt werde.

Der Vorsitzende der Progressiven Slowakei und EU-Parlamentarier, Michal Simecka, sagte, jede Stimme zähle.

Koalitionsverhandlungen sind mehr als wahrscheinlich

Euronews-Korrespondent Attila Magyar kommentierte in Bratislava: "Die Progressive Slowakei ist die beliebteste Partei bei den jungen Menschen, während die SMER die beliebteste Partei bei den älteren Menschen ist. Wenn nur die unter 30-Jährigen wählen könnten, käme Robert Ficos Partei gar nicht erst ins Parlament und Simeckas Partei würde locker gewinnen. Welche Partei auch immer die Wahl gewinnt, die nächste Regierung wird von Koalitionsverhandlungen abhängen."

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