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Vatikan: Eindringlicher Appell von Missbrauchsopfern

Vatikan: Eindringlicher Appell von Missbrauchsopfern
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Die Erwartungen an den Vatikan sind groß. An diesem Donnerstag beginnt der internationale Gipfel zum Thema Missbrauch. Nach zahlreichen Skandalen soll nach Wegen gesucht werden, wie Missbrauch in der katholischen Kirche verhindert werden kann.

Auf einem Treffen im Vorfeld appellierten ein Dutzend Opfer von sexueller Gewalt an die Organisatoren, auf Worte Taten folgen zu lassen.

Phil Saviano, der selbst Missbrauch erfuhr und sich nun Vorstandsmitgled von BishopsAccountability.org sagt, die Diskussion sei sehr produktiv gewesen. Die vier Organisatoren hätten aufmerksam zugehört. Er habe Erzbischof Scicluna einen Brief überreicht mit Vorschlägen, wie man für mehr Transparenz sorgen könne. Für die Nachricht habe sich dieser empfänglich gezeigt.

Schon in den 80er Jahren kamen erste Missbrauchsfälle durch Geistliche ans Licht. Nach Skandalen in Deutschland, Irland, Chile und den USA trauten sich mehr und mehr Opfer an die Öffentlichkeit.

Tim Lennon, der Vorsitzende des Opferverbandes SNAP, meint:

"Ich wurde vergewaltigt, als ich zwölf Jahre alt war. Der Erzbischof kannte den Priester, der mich missbrauchte. Dieser hatte früher bereits in drei anderen Kirchengemeinden Kinder belästigt. Er wurde gefasst und dann zu uns versetzt. Mit anderen Worten: Mein Missbrauch hätte verhindert werden können, wenn der Bischof seine Arbeit gemacht hätte."

Bis Sonntag dauert die Konferenz mit den Spitzen der katholischen Kirche. Bindende Beschlüsse können die 190 Teilnehmer jedoch nicht fassen.