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Kardinal Pell nach Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs verhaftet

Kardinal Pell nach Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs verhaftet
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AAP Image/Daniel Pockett/via REUTERS
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Nach seiner Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs ist der australische Kardinal George Pell in Melbourne verhaftet und ins Gefängnis gebracht worden. Das Strafmaß gegen den ehemaligen Finanzchef des Vatikans soll Mitte März verkündet werden. Als Höchststrafe drohen dem 77-jährigen bis zu 50 Jahre Haft.

Pell streitet alle Vorwürfe ab und beteuert weiterhin seine Unschuld. Über seine Anwälte ließ er ankündigen, gegen den Schuldspruch in Berufung zu gehen.

"Ich denke, er hat ein faires Verfahren gehabt. Aber die Entscheidungen, die jetzt im Berufungsverfahren getroffen werden, müssen auch so umgesetzt werden. Aber ich würde sagen, dass dieses spezielle Verfahren fair war und dass er weiterhin seine Unschuld beteuert", sagte Peter Comensoli, der Erzbischof von Melbourne.

Der Vatikan hatte erklärt, mit weiteren möglichen Konsequenzen in diesem Fall bis zu einem anstehenden Berufungsverfahren warten zu wollen. Bereits verhängte Maßnahmen gegen Pell würden weiter gelten, sagte ein Vatikansprecher. Der Kardinal dürfe weder sein Priesteramt öffentlich ausüben noch Kontakt mit Minderjährigen haben.

Pell war Australiens prominentester Geistliche

Pell war bereits im Dezember von einem Gericht in Melbourne in erster Instanz für schuldig befunden worden, sich in den 1990er Jahren als Erzbischof an zwei 13-jährigen Jungen vergangen zu haben. Wegen einer Anordnung des Gerichts durfte darüber aber nicht berichtet werden. Am Dienstag hatte die Justiz diese Nachrichtensperre aufgehoben.

Als Finanzchef war der Australier Pell praktisch die Nummer drei des Vatikans und gehörte zu den engsten Beratern des Papstes. Er ist der bislang ranghöchste katholische Geistliche, der aufgrund sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt wurde.

Australiens katholische Kirche stand auch schon vor der Verurteilung ihres prominentesten Geistlichen wegen Zehntausender Missbrauchsfälle schwer in der Kritik.