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Historischer Missbrauchsgipfel im Vatikan beginnt

Historischer Missbrauchsgipfel im Vatikan beginnt
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REUTERS/Max Rossi/File Photo
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Nach jahrzehntelangen Skandalen beginnt nun im Vatikan das erste internationale Gipfeltreffen zum Thema Missbrauch in der katholischen Kirche. Papst Franziskus hat die Spitzen der Bischofskonferenzen der Welt bis Sonntag nach Rom geladen. Das Ziel: Wiedererlangung der Glaubwürdigkeit in den Augen der Welt und der vielen Missbrauchsopfer.

Vorabtreffen von Missbrauchsopfern mit Vatikanvertretern: "Papst war nicht da"

Eines der Opfer ist Phil Saviano. Er war elf Jahre alt als er damals von Pater David Holley in Worcester vergewaltigt wurde, erzählte Saviano im Oscar-prämierten Film Spotlight. Zusammen mit der Tageszeitung Boston Globe hat Saviano geholfen, den systemischen Missbrauch und die Vertuschung in der US-amerikanischen Kirche aufzudecken. Er und andere Missbrauchsopfern sprachen bereits vor Beginn des Gipfeltreffens mit Vertretern des Vatikans.

Euronews fragte ihn, wie dieses Treffen war und ob der Papst anwesend war. Dazu Phil Saviano: "Nein, der Papst war nicht da (..) Ich bin nicht enttäuscht. Ich wollte nicht mit dem Papst sprechen. Aber für einige von uns war es enttäuschend, muss ich sagen. Wir waren uns sicher, dass sich der Papst mit dem Inhalt des Treffens auseinandersetzen würde und so weiter..."

Missbrauchsopfer: "Null Toleranz"

Neben Saviano sind auch viele weitere Missbrauchsopfer aus aller Welt nach Rom gereist, um ihren Stimmen Gehör zu verschaffen. Die meisten haben ihr Anliegen in zwei Worte zusammengefasst: "Zero Tolerance", auf deutsch: Null Tolleranz.

Auch Bilder von ihnen aus der Zeit, als sie von Priestern missbraucht wurden, haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Wendepunkt in katholischer Kirche?

Unser Vatikan-Korrespondent Claudio Valanga hat die Situation zusammengefasst:

"Während des Treffens wird am Ende jedes Tages ein Missbrauchsopfer am Gebet der Bischöfe teilnehmen. In der Zwischenzeit beten viele Menschen auf der ganzen Welt dafür, dass dies ein echter Wendepunkt in der Art und Weise ist, wie die Kirche mit sexuellem Missbrauch umgeht."