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"Auch Haustiere brauchen humanitäre Hilfe": Die Krise in Venezuela lässt Tiere hungern

"Auch Haustiere brauchen humanitäre Hilfe": Die Krise in Venezuela lässt Tiere hungern
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REUTERS/Guadalupe Pardo
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Die Krise in Venezuela hat Millionen von Menschen in die Armut gestürzt und dafür gesorgt, dass die Leute massenhaft versuchen, das Land zu verlassen. An der Grenze ist ein Streit um Hilfsgüter entbrannt, mit denen die Menschen aus dem Ausland mit Nahrungsmitteln und Medizin versorgt werden sollen.

An die Millionen Hunde, Katzen, Kaninchen oder Wellensittiche wird da häufig erst spät gedacht. Doch auch sie sind von der Krise schwer getroffen. Laut Voluntarios Proteccionistas, einer gemeinnützigen Tierschutzorganisation, leben derzeit mehr als drei Millionen Streuner auf den Straßen Venezuelas.

"Die Krise hat Menschen gezwungen, das Land zu verlassen. Ihre Haustiere haben sie oft zurückgelassen. Sie haben sie einfach im Stich gelassen, weil sie es sich nicht mehr leisten können, sie zu ernähren", sagt Alicia Velasco Viso, die Präsidentin der Organisation im Gespräch mit Euronews.

Ihr zufolge kann ein Standardbeutel mit Hundefutter umgerechnet 44 Euro kosten, während das Durchschnittsgehalt gerade mal bei 5 Euro im Monat liegt. Für viele ist es so unmöglich, ihr Haustier zu behalten.

"Auch Haustiere brauchen humanitäre Hilfe", erklärt Velasco. Ihre Organisation versucht gemeinsam mit vielen Tierfreunden im Land, trotz der extremen Bedingungen die Haustiere zu versorgen. Doch das ist nicht einfach.

"Ich kümmere mich um 17 Hunde und acht Katzen", sagte sie. "Aber ich habe auch meine eigene Familie zu versorgen."

Haustiere stehen in der Nahrungskette unter dem Menschen

Immer wieder berichten Medien darüber, dass Tiere getötet werden, um die Bewohner Venezuelas zu ernähren. Teilweise handelt es sich dabei um Hunde, Katzen oder Ratten.

Doch auch Zoos sind betroffen. Schon 2017 ermittelte die Polizei im Staat Zulia, weil aus einem Zoo in der Stadt Maracaibo Halsbandpekaris, die zu der Familie der Nabelschweine gehören, verschwunden waren. „Wir nehmen an, dass sie mit der Absicht geholt wurden, sie zu essen“, hatte damals ein Polizeisprecher gesagt.