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Athen: Bürgerprotest gegen Airbnb & Co.

Die Sicht auf das Weltkulturerbe wird durch Hotels verbaut
Die Sicht auf das Weltkulturerbe wird durch Hotels verbaut
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In der Antike war die Akropolis die Festung Athens und seiner Bürger. Heute, Tausende Jahre später, sind es die Athener, die ihre Akropolis verteidigen - und zwar vor Kommerzialisierung, Airbnb & Co.

Zuletzt hat der Bau eines zehnstöckigen Hotels die Bürger aufgebracht. Nachbarn haben jetzt eine Petition gestartet, mit der sie den Bau von hohen Gebäuden verhindern wollen. "Ich lebe hier in einem Viertel, das viele Touristen anzieht, es ist wohl eines der berühmtesten der Welt. Und jetzt verstecken wir diesen schönsten Ort Athens. Die Aussicht ist fantastisch, aber jetzt wird sie verbaut", sagt eine Anwohnerin.

Bis zu 40 Prozent Wertminderung für angestammte Immobilienbesitzer

Der heilige Felsen der Akropolis ist in erster Linie ein Weltkulturerbe. Er ist aber auch der Hauptgrund für die wirtschaftliche Entwicklung, für steigende Mieten und Immobiliengeschäfte in der Gegend rund um Akropolis und Panthenon. Hohe Bauwerke schaden jedoch nach Ansicht der Kritiker dem Stadtbild sowie dem Wert der Häuser, die einen Blick auf den Parthenon haben. Das kann der Immobilienmarkler Antonis Tsaousis bestätigen: "Eine Immobilie mit Akropolisblick hat hier einen viel höheren Preis als eine, die sich im zweiten oder dritten Stock befindet und keinen Blick auf die Akropolis hat. Wenn ein Haus die Aussicht verliert, sprechen wir von einer Wertminderung von mindestens 30 bis 40 Prozent. Das Gebiet hier ist sehr gefragt. Es gibt fast keine Grundstücke mehr. Und die Grundstücke, auf die hohe Gebäude gebaut werden dürfen, sind sehr schwer zu finden - die Geschäftsleute nutzen das dann aus."

Um die Akropolis rund 90 Prozent über Airbnb vermietet

Der Immobilienmarkler gibt gegenüber euronews an, dass rund 90 Prozent der neuen Gebäude um die Akropolis über Airbnb vermietet werden.

Das zuständige Ministerien sah sich aufgrund der Proteste gezwungen, alle neuen Genehmigungsverfahren für Gebäude vorerst um ein Jahr zu verschieben. Der Minister für Umwelt und Energie Giorgos Stathakis: "Die Investoren werden sich an die Raumplanung halten, die aus offensichtlichen Gründen erstellt wurde. Wir können die Akropolis nicht rundum mit hohen Gebäuden zubauen. Wir werden dieses Gebiet prüfen und gegebenenfalls in eine Sonderverordnung aufnehmen."

Die Athener sagen, dass es zu spät sei, weil es mittlerweile keine großen Grundstücke mehr gibt, auf denen man den Bau hoher Hotels erlauben oder verbieten könnte.