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China: Karl Marx als Comic

Karl Marx als glatt rasierter, romantischer Held
Karl Marx als glatt rasierter, romantischer Held
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Ein glatt rasierter, schlanker und romantischer Held ist er - Karl Marx als chinesische Comic-Version.Das Propagandaministerium der Kommunistischen Partei Chinas hat den Karl-Marx-Cartoon produzieren lassen, um den deutschen Philosophen für Jugendliche attraktiver zu machen.

Die im Internet ausgestrahlte Serie mit dem Titel "The Leader" - "Der Anführer" ergänzt den Schulunterricht, wo junge Chinesen schon früh an die kommunistischen Theorien herangeführt werden. Die Macher der Serie haben sich auf die frühen Jahre Marx' als verliebten Studenten konzentriert.

Zhuo Sina, die Drehbuchautorin der Serie: "Wir nutzen die Form des Comics in der Hoffnung, dass mehr junge Menschen in Kontakt mit ihm kommen. Junge Menschen, die Philosophie nicht immer wirklich verstehen oder sich nicht dafür interessieren. Es gibt ja viel Material, viele Bücher über Marx - aber das hier soll wirklich für junge Leute sein. Ein Comic, um darüber zu sprechen, das wurde noch nie zuvor gemacht."

Die Comic-Serie wurde anlässlich des 200. Geburtstages von Karl Marx im vergangenen Jahr und einer nationalen Kampagne zur Verbreitung des Marxismus in Auftrag gegeben.

Auch wenn China in den vergangenen Jahren einen enormen wirtschaftlichen Wandel erlebt und immer mehr Elemente einer kapitalistischen Gesellschaft übernommen hat, so bleibt es doch offiziell ein kommunistisches Land, seit 40 Jahren. In China müssen Beamte wie Journalisten Pflichtkurse und Prüfungen zum Marxismus absolvieren.

Der Karl-Marx-Comic ist seit seiner Lancierung im Januar fünf Millionen mal im Internet abgerufen worden - eine eher bescheidene Zahl bei 1,4 Milliarden Chinesen.