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Gounods Faust in Starbesetzung an der Royal Opera in London

Gounods Faust in Starbesetzung an der Royal Opera in London
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"Faust)", aus der Feder des französischen Komponisten Charles Gounod ist die erfolgreichste Vertonung von Goethes Meisterwerk. Zu erleben derzeit in London. Mit ihren strahlenden, lyrischen Passagen, den großartigen Melodien und Arien ist diese Oper eine Herausforderung für die Sänger.

Erwin Schrott, der den Mephistopheles als Bassbariton singt erzählt: "Schon als Kind schaute ich mir den Notentext an und fand, das ist unsingbar. Das kann keiner singen. Das glaube ich zwar auch heute noch, der Unterschied ist aber, dass ich mittlerweile etwas mehr weiß. Ich bin jetzt in einer Phase meines Lebens, in der es tatsächlich Spaß macht, solche Partien zu singen."

Es ist eine opulente Inszenierung. Man sieht Moulin Rouge, Kriegsszenen und vom französischen Maler Manet inspirierte Kostüme. In der Vielfalt der Bühnenbilder in dieser Produktion des Royal Opera House spiegelt sich die ganze Vielfalt der Partitur wider.

Der Tenor Michael Fabiano verkörpert den Faust und findet: "Die Klangfarbe, die Kraft ändert sich graduell. Im ersten Akt hört man die frivole Jugend heraus, da sind diese hampagnerartigen Musikmomente, im zweiten Akt bis dahin, wo er seine Liebe zu dem Mädchen gesteht... Dann treffen wir Marguerite im dritten Akt. Da haben wir dann sensationell schöne lange Legatolinien. Das ist wunderschön."

Irina Lungu die für die erkrankteDiana Damrau die Rolle der Marguerite übernahm ist überzeugt:

"Diese Musik hilft sehr, denn sie enthält ein bisschen Koloratur und ein wenig Canto leggero. Ich muss sagen, das hilft sehr dabei, die Rolle Stück für Stück zu entdecken. Man muss sich einfach nur auf seine musikalischen Instinkte verlassen, dann trifft man den Charakter ganz von selbst."

Um die junge, unschuldige Marguerite zu verführen, verkauft der alte Faust seine Seele dem Teufel Mephistopheles und bekommt seine Jugend zurück. Die Geschichte wurde zwar im 19. Jahrhundert geschrieben, ist aber universell.

Michael Fabiano kann das gut nachempfinden, denn: "Als Musiker wechsele ich von einem Engagement zum anderen. Das kann dazu führen, dass ich den Moment nicht mehr genieße. Faust ist ein ganz ähnlicher Charakter. Er ist ein Mann, der zwar gelebt, aber nie den Augenblick genossen hat. Er fordert also seine Jugend zurück, weil er lernen will, wie man den Augenblick genießt. Diesen Teil des Charakters kann ich nachempfinden."

Und mephistopheles Erwin Schrott ergänzt: "Wenn man das letzte Kapitel seines Lebens erreicht hat und beim Verlassen dieser Welt erfährt, dass auf der anderen Seite eine Party namens Leben stattfindet, braucht nur irgendein verrücktes Genie auf dich zukommen und fragen, ob du gern eine zweite Chance hättest… Nochmal von Vorn anzufangen, mit all der Weisheit und Erfahrung... Da frage ich mich schon... Ich glaube, da hat sich nichts geändert, weil das Leben so ein wunderbares Geschenk ist."

Das wunderbare Geschenk dieser Oper wird am 30. April in zahlreichen Kinos gezeigt. Weitere Informationen dazu unter:

https://www.roh.org.uk/showings/faust-live-2019

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