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Eine Woche nach den Terroranschlägen: Leere Kirchen in Sri Lanka

Eine Woche nach den Terroranschlägen: Leere Kirchen in Sri Lanka
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In Sri Lanka sind die meisten Kirchen eine Woche nach den Terroranschlägen geschlossen geblieben. Aus Sicherheitsgründen hatten fast alle Gemeinden im Land den Gottesdienst abgesagt. Eine Ausnahme: Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, hielt eine Messe in einer Kapelle, die an sein Haus grenzt. Der Gottesdienst fand unter starken Sicherheitsvorkehrungen statt und wurde in Radio und Fernsehen übertragen.

Bei den Anschlägen am Ostersonntag auf drei christliche Kirchen und drei Luxushotels waren etwa 250 Menschen getötet worden. Viele Kirchen rüsten jetzt auf, mit Sicherheitsdiensten und Gebäudeüberwachung.

"Wir haben verschiedene Sicherheitsvorkehrungen für die Kirche getroffen", sagt Pfarrer Suresh Jeevamani aus Colombo. "Das ist natürlich eine schwierige Aufgabe und es wird einige Zeit dauern, bis alles gut funktioniert. Wir müssen grundsätzlich jetzt hier Dinge tun, die wir eigentlich nicht mehr für nötig gehalten haben."

Die Polizei in Sri Lanka geht unterdessen weiter massiv gegen mutmaßliche Islamisten vor. Unter anderem wurde das Hauptquartier einer Islamistengruppe durchsucht, die für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. In einem Haus im Osten Sri Lankas starben bei einer Anti-Terror-Razzia 15 mutmaßliche Islamisten. Sie hatten nach einem Schusswechsel mit der Polizei eine Bombe selbst gezündet

Kurz zuvor war in einem anderen Wohnhaus wenige Kilometer entfernt bei mutmaßlichen Islamisten unter anderem mehrere Sprengstoffwesten, Material zur Herstellung von Bomben und eine Drohne gefunden worden

In der Hauptstadt Colombo nahm die Polizei in der Nähe eines Bahnhofs drei Männer fest, bei denen ein Kilogramm Sprengstoff gefunden wurde.

Wegen der angespannten Sicherheitslage in Sri Lanka hat das Auswärtige Amt in Berlin seine Reisehinweise für das Land verschärft. "Vor nicht notwendigen Reisen nach Sri Lanka wird abgeraten", hieß es auf der Internetseite der Behörde.