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Armee im Mittelpunkt des Machtkampfes in Venezuela

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Wo steht die Armee im Machtkampf in Venezuela? Präsident Nicolás Maduro und sein Widersacher, der selbsternannte Übergangsstaatschef Juan Guaidó, erklärten beide, die Streitkräfte seien auf ihrer Seite. Verteidigungsminister Vladimir Padrino bekannte sich zu Maduro.

Der Präsident sprach von einem gescheiterten Staatsstreich und nannte Guaidó und dessen Anhänger eine kleine Gruppe Desorientierter und Getäuschter. Demonstrativ veröffentlichte Maduro eine Aufnahme, die ihn an der Seite von Soldaten zeigt.

Guaidó rief die letzte Phase der sogenannten Operation Freiheit aus. Der Prozess sei unaufhaltsam, betonte er.

„Wir sprechen zu den Streitkräften“, rief Guaidó in die Menge. „Heute ist deutlich, dass diese an der Seite des venezolanischen Volkes stehen und nicht an der Seite des Diktators.“

Abtrünnige Soldaten hatten Guaidós Parteigenossen Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit, dieser suchte anschließend in der spanischen Botschaft Schutz. López wurde 2015 wegen Verschwörung und Anstachelung zur Gewalt verurteilt. Im Vorjahr hatte er zu Protesten gegen Maduro aufgerufen.

Auch Maduro-Anhänger versammelten sich zu Kundgebungen. „Verräterische, selbsternannte Militärs sagen, sie seien hereingelegt worden, doch das Volk weiß, dass das nicht der Fall ist. Sie sind Landesverräter und Verräter unseres Volkes“, so eine Unterstützerin des Präsidenten. Nach Einschätzung Maduros seien Soldaten unter einem Vorwand in die Gegend des Militärstützpunkt La Carlota gelockt worden. Als sie erkannten, dass es sich um den Versuch eines Staatsstreichs der Opposition handelte, hätten die meisten kehrt gemacht, so Maduro. Gegen die abtrünnigen Soldaten seien Ermittlungen eingeleitet worden.

Es blieb nicht überall friedlich: Regierungsgegner lieferten sich in Caracas Straßenschlachten mit Sicherheitskräften. Wurfgeschosse flogen, die Ordnungshüter schossen mit Schrotkugeln auf die Demonstranten. Nach Oppositionsangaben wurden mindestens 69 Menschen verletzt. Laut der venezolanischen Menschenrechtsgruppierung Foro Penal wurden mindestens 119 Menschen festgenommen. Präsident Maduro warf seinen Gegnern vor, Gewalt zu säen. Der Polizeipräsident von Caracas nannte die Demonstranten skrupellose Menschen, die sich der Zerstörung der Stadt verschrieben hätten.