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Freitagsproteste in Algerien

Freitagsproteste in Algerien
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In Algerien haben erneut viele Menschen für politische Reformen demonstriert. Schätzungen zufolge waren es mehrere Zehntausend, die in der Hauptstadt Algier und in anderen Städten auf die Straße gingen. Sie fordern ein Ende von Korruption und Machtmissbrauch. Es ist bereits der elfte Freitag in Folge, an dem die Algerier gegen die politische und wirtschaftliche Elite des Landes mobil machen. Sie wollen den Druck auf Übergangspräsident Abdekader Bensalah erhöhen. Außerdem fordern sie. dass Verbündete und Verwandte des ehemaligen Langzeitpräsidenten Abdelaziz Bouteflika vor Gericht gestellt werden.

Bouteflika war nach Massenprotesten bereits vor einem Monat zurückgetreten, die Algerier hat das aber nicht beruhigt. Auch Übergangspräsident Bensalah gilt als Weggefährte Bouteflikas. Seit Wochen laufen Korruptionsermittlungen gegen enge Vertraute Bouteflikas, darunter frühere Minister und Geschäftsleute.

Mitarbeiter staatlicher Institutionen waren vorübergehend in mehreren Landesteilen in einen Generalstreik getreten. Für den 4. Juli ist eine Präsidentschaftswahl geplant, aber auch da ist ein Ende der chaotischen Zustände nicht in Sicht. Wählen wollen viele Algerier zwar, aber Anfang Juli sei zu früh, zu wenig Vorbereitungszeit, so lautet ein Vorwurf. So haben Richter und Anwälte bereits vor einem halben Monat zu einem Wahlboykott aufgerufen. Eine algerische Richtervereinigung kündigte an, ihre Mitglieder würden die Präsidentschaftswahl nicht überwachen.