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Europawahl 2019: Alle Länder in der Übersicht

Europawahl 2019: Alle Länder in der Übersicht
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Bisher gaben Christ- und Sozialdemokraten den Ton im Europaparlament an. Damit ist jetzt wohl Schluss. Die Europawahl war für die beiden traditionell dominierenden Parteien ein Rückschlag.

Vor den Wahlen hatten Meinungsforscher schon prophezeit, dass die rechtspopulistischen, antieuropäischen Parten wie die deutsche AfD oder die italienische Lega punkten und somit den Einfluss der Europäischen Volkspartei (EVP) und der Sozialdemokraten (SPE) schmälern würden. Zwar legten rechtspopulistische Parteien bei der Europawahl zu, jedoch bleibt die von vielen Nationalisten erhoffte "Zeitenwende" aus.

Es zeichnet sich vielmehr ein gegenläufiger Trend ab: Grüne und Liberale gehen ebenfalls europaweit als Sieger aus der Wahl. Auch das sagten Forscher bereits voraus, da die weltweiten Proteste gegen den Klimawandel das Thema Klimaschutz zum Hauptbestandteil der Kampagnen machten.

Die Entscheidungsfindungen und die Bildung von Koalitionen dürften im neuen Europaparlament schwieriger werden. Plötzlich sind es die vermeintlich Kleinen - vor allem Grüne und Liberale -, auf die es ankommt. Das ist ein Novum, seitdem die Bürger 1979 erstmals direkt das Parlament gewählt haben. Weber gab sich optimistisch: Bei diesen Parteien sei der Wille zum Konsens da. Der Fraktionschef der Liberalen, Guy Verhofstadt, sagte selbstbewusst: Eine solide Mehrheit der Pro-Europäer sei ohne seine Gruppe nicht mehr möglich.

Aber wie sah die Wahl in den verschiedenen EU-Ländern aus?

Euronews hat für Sie eine Übersicht in alphabetischer Reihenfolge.

Belgien

Die nationalistische Partei N-VA lag vorläufigen Ergebnissen zufolge mit 13,51 Prozent vorne. Gefolgt wurde sie von der rechten Vlaams Belang mit 11,53 Prozent.

Die Sozialisten landeten auf Platz 3 mit 10,46 Prozent und die Partei Flämische Liberale und Demokraten kam demnach auf 9,55 Prozent.

In Belgien fanden am Sonntag nicht nur Europawahlen sondern auch Föderal- und Regionalwahlen statt.

Sehen Sie hier das gesamte Ergebnis der Europawahl in Belgien.

Bulgarien

Obwohl es in Bulgarien eine Wahlpflicht gibt, gaben bei der Europawahl 2014 nur 35,84 Prozent ihre Stimme ab.

Es wird erwartet, dass die beiden stärksten Kräfte des Landes die konservative Partei GERB und die sozialistische Partei BSP sind. Ersten Schätzungen zufolge lagen die Parteien bei rund 31 Prozent (GERB) und etwa 24 Prozent (BSP).

Das jüngste Mitglied des EU-Parlaments ist der 30-jährige Bulgare Andrey Novakov.

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Dänemark

Erste Hochrechnungen sehen die Sozialdemokraten als stärkste Kraft mit 23,5 Prozent, dicht gefolgt von der konservativ-liberalen Partei Venstre, die demnach 21,5 Prozent der Stimmen holen konnte. Die Sozialisten landeten mit 13,2 Prozent auf Platz 3.

Am 5. Juni finden in Dänemark Parlamentswahlen statt.

Sehen Sie hier das gesamte Ergebnis der Europawahl in Dänemark.

Deutschland

Bei der Wahl zum EU-Parlament wurden im bevölkerungsreichsten Land der Europäischen Union 96 von 751 Abgeordnete gewählt. Für die CDU/CSU und die SPD war die Europawahl jedoch eher ein Debakel.

Nach der Auszählung von 399 von 401 Wahlkreisen hat die CDU/CSU mit Spitzenkandidat Manfred Weber 28,9 Prozent erzielt. Bei der Europawahl 2014 haben die Unionsparteien noch 35,4 Prozent geholt.

Die Grünen wurden zweitstärkste Kraft mit 20,5 Prozent der Stimmen. Sie konnten ein kräftiges Plus verzeichnen: Bei der letzten Europawahl erhielt die Partei 10,7 Prozent.

SPD landete auf Platz 3 mit 15,8 Prozent (2014: 27,3), gefolgt von der AfD mit 11 Prozent (2014: 7,1). Die Linke bekam 5,5 Prozent (2014: 7,4), die FDP 5,4 Prozent (2014: 3,4).

Sehen Sie hier das gesamte Ergebnis der Europawahl in Deutschland.

REUTERS/Yves Herman

Estland

Die Estnische Reformpartei hat nach offiziellen Ergebnissen 26,2 Prozent erhalten und konnte somit ihren Platz als stärkste Kraft verteidigen. Die Sozialdemokraten landeten auf Platz 2 mit 23,3 Prozent. Die Estnische Zentrumspartei erhielt 14,4 Prozent, die rechte Estnische Konservative Volkspartei konnte 12,7 Prozent der Stimmen gewinnen und wird demnach mit einem Abgeordneten im EU-Parlament vertreten sein.

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Finnland

Das skandinavische Land war das erste europäische Land, das die offiziellen Ergebnisse der Europawahl verkündete. Die konservative Nationale Sammlungspartei konnte demnach 20,8 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Zweitstärkste Kraft wurde der Grüne Bund mit 16 Prozent. Die Sozialdemokraten folgten mit 14,6 Prozent. Die rechte Perussuomalaiset erhielt 13,8 Prozent und die liberale Finnische Zentrumspartei 13,5 Prozent.

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Frankreich

Vorläufigen Ergebnissen aus Frankreich zufolge ist Marine Le Pens Rassemblement National mit 23,3 Prozent stärkste Kraft. Die Partei des Präsidenten Emmanuel Macron, die liberale LREM, folgt mit 22,1 Prozent der Stimmen. Die Grünen erhielten überraschend 13,1 Prozent und sind drittstärkste Kraft. Die Konservativen verlieren viele Sitze im neuen Europaparlament.

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REUTERS/Pascal Rossignol
Marine Le PenREUTERS/Pascal Rossignol

Griechenland

Klarer Wahlsieger in Griechenland ist die konservative Nea Dimokratia, Sie holte laut vorläufigen Hochrechnungen 33,3 Prozent der Stimmen und damit fast 10 Prozent mehr als bei der letzten Europwahl. Die linke Syriza von Regierungschef Tsipras gewann 23,9 Prozent der Stimmen (2014: 26,57) und wurde zweitstärkste Partei.

Inzwischen hat Ministerpräsident Alexis Tsipras Konsequenzen angekündigt und Neuwahlen für Ende Juni anberaumt.

Die sozialistische KINAL holte 7,2 Prozent der Stimmen, die rechtsextremistische Partei Goldene Morgenröte 4,9 Prozent.

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Irland

Die liberal-konservative Partei Fine Gael wurde Schätzungen zufolge deutlich stärkste Kraft im Land. Sie konnte 29 Prozent der Stimmen holen. Auf Platz 2 folgte die konservative Fianna Fáil mit 15 Prozent. Die Grünen bekamen demnach ebenfalls 15 Prozent. Die Partei Sinn Féin, die es ebenfalls in Nordirland gibt und vor allem von Katholiken gewählt wird, erzielte 13 Prozent der Stimmen.

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Italien

Bei der Europawahl in Italien ist die rechte Lega von Matteo Salvini Prognosen zufolge stärkste Partei geworden. Die Lega erreichte zwischen 27 und 31 Prozent der Stimmen, wie aus Nachwahlbefragungen für den Sender Rai am Sonntag nach dem Schließen der Wahllokale um 23 Uhr hervorging.

An zweiter Stelle folgt die sozialdemokratische Partito Democratico.

Salvinis Koalitionspartner, die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung liegt auf Platz 3 und holte den Prognosen zufolge zwischen 20 und 23 Prozent.

Silvio Berlusconis Forza Italia erhielt neun bis elf Prozent.

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Kroatien

Ersten Schätzungen zufolge liegt die Kroatische Demokratische Union (HDZ) mit 23,04 Prozent vorne. Auf Platz 2 folgen die Sozialdemokraten mit 17,9 Prozent.

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Lettland

Die liberal-konservative Vienotība bekam vorläufigen Ergebnissen zufolge 26,2 Prozent der Stimmen. Die Sozialdemokraten wurden mit 17,4 Prozent zweitstärkste Kraft, dicht gefolgt von der rechten Partei Nacionālā apvienība mit 16,4 Prozent der Stimmen.

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Litauen

In Litauen wurden die Christdemokraten nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen mit 19 Prozent die stärkste Kraft im Land. Auf Platz 2 landeten die Sozialdemokraten mit 16,2 Prozent, auf Platz 3 der Litauischer Bauernvolksbund LVŽS mit 13 Prozent.

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Luxemburg

Die liberale DP und die konservative CSV werden jeweils zwei Abgeordnete im Europaparlament stellen. Die Parteien erhielten ersten Hochrechnungen zufolge 21,4 Prozent (DP) und 21,1 Prozent (CSV). Die Grünen landeten mit 18,9 Prozent auf Platz 3.

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Malta

In Malta siegte ganz klar die sozialdemokratische Partei Partit Laburista mit 55,9 Prozent der Stimmen. Die konservative Partei Partit Nazzjonalista erhielt demnach 36,2 Prozent der Stimmen.

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Niederlande

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Österreich

In Wien hat Kanzler Sebastian Kurz allen Wählerinnen und Wählern für das historisch gute Ergebnis der ÖVP gedankt.

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Sebastian KurzREUTERS/Leonhard Foeger

Polen

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Portugal

Die regierenden Sozialisten sind stärkste politische Karft.

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Rumänien

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Schweden

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Slowakei

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Slowenien

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Spanien

Die regierenden Sozialisten von Pedro Sanchez sind die deutlich stärkste Partei.

Es folgen mit Abstand die konservative PP, die liberalen Ciudadanos, die linke Podemos und die rechstpopulistische Vox.

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Tschechien

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Ungarn

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Vereinigtes Königreich

Wahlsieger ist die rechtspopulistische Brexit-Partei von Nigel Farage.

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Nigel FarageREUTERS/Hannah McKay

Zypern

Die konservative zyprische Demokratische Gesamtbewegung DYSI hat die Europawahl auf Zypern trotz deutlicher Stimmverluste gewonnen. Nach Auszählung von 94 Prozent der Stimmen kommen die Konservativen auf 29 Prozent (2014: 37,8). Zweitstärkste Kraft wird die linke Partei AKEL mit 27 Prozent (2014: 27 Prozent). Dies berichtete das zyprische Staatsfernsehen (RIK) am Sonntag.

AKEL-Mitglied Niyazi Kizilyurek ist der erste türkische Zypriot, der ins Europaparlament gewählt wurde. Die türkischen Zyprioten sind eine Minderheit im Land. Über 80.000 von ihnen waren Berichten zufolge berechtigt, an den EU-Wahlen teilzunehmen.

Damit würden diese beiden Parteien jeweils zwei Abgeordnete ins Europaparlament entsenden. Die zwei anderen Sitze Zyperns gehen an zwei kleinere Parteien der politischen Mitte, die Demokratische Partei (DIKO) und die Sozialisten (EDEK). Insgesamt entsendet die kleine Inselrepublik sechs Abgeordnete ins Europaparlament.

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