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IS-Folter an Jesiden: Mann von Jennifer W. in Griechenland verhaftet

IS-Folter an Jesiden: Mann von Jennifer W. in Griechenland verhaftet
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Der wegen Mordes an einem fünfjährigen Mädchen gesuchte Ehemann der deutschen IS-Anhängerin Jennifer W. ist in Griechenland gefasst worden. Dies bestätigte Serkan Alkan, der Anwalt des Verhafteten, gegenüber euronews. Er gehe davon aus, dass die deutsche Justiz Taha A. in Deutschland vor Gericht bringen wolle, so Alkan.

Die Bundesanwaltschaft, die gegen den Iraker ermittelt, wollte sich dazu am Mittwoch nicht äußern. Schwerste Völkerrechtsverbrechen können nach dem Weltrechtsprinzip unabhängig von Tatort und Nationalität des Täters überall geahndet werden, also auch in Deutschland. Dazu müsste der Mann von den griechischen Behörden überstellt werden. Er gehe davon aus, dass Griechenland kein Interesse daran habe, einen eigenen Prozess gegen A. anzustrengen. Ob sich sein Mandat damit einverstanden erklären würde, wisse er derzeit noch nicht, so Alkan. "Klar ist, ihm droht eine lebenslange Haftstrafe."

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wirft dem damals im Irak lebenden Ehepaar vor, eine Jesidin und ihre fünfjährige Tochter als Sklavinnen gehalten zu haben. Als das Mädchen krank war und ins Bett machte, habe es der Mann zur Strafe in der prallen Sonne angekettet und bei sengender Hitze qualvoll verdursten lassen.

Jennifer W., die selbst eine kleine Tochter hat, soll dem tatenlos zugesehen haben. Der 28 Jahre alten Deutschen wird deshalb derzeit in München der Prozess gemacht. Die Anklage wirft ihr neben der Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) nun auch Mord durch Unterlassung sowie Kriegsverbrechen vor. Es ist das erste Mal, dass die Verbrechen gegen die Jesiden vor einem Gericht verhandelt werden, in Deutschland und wahrscheinlich auch weltweit.