Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Högel-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch in 31 Fällen

Access to the comments Kommentare
Von Johannes Pleschberger mit dpa
Högel-Prozess: Verteidigung fordert Freispruch in 31 Fällen
Copyright  Reuters
Schriftgrösse Aa Aa

Der bereits lebenslang verurteilte Serienörder Niels Högel hat nun im erneuten Gerichtsverfahren wegen 100 weiterer Mordfälle für mehr als 20 Fälle Freispruch gefordert. Verteidigerin Ulrike Baumann betonte in ihrem Schlusswort das positive Aussageverhalten ihres Mandanten. Ohne diese wären viele Taten überhaupt nicht zur Anklage gekommen.

«Weder wir noch Herr Högel leugnen, dass er in vielen Fällen der Täter ist. Dennoch kann er nur für Taten verurteilt werden, die er begangen hat, und nicht für Taten, die er begangen haben könnte», sagte Baumann. Nach dem Plädoyer hat Högel die Möglichkeit für ein letztes Wort. Am Donnerstag soll das Urteil gesprochen werden.

Staatsanwaltschaft: Schwere Schuld Högels in 97 der 100 Fällen

Die Staatsanwaltschaft hatte für Högel wegen 97 Morden eine lebenslange Freiheitsstrafe unter Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Nur in drei Fällen sah sie keine hinreichende Beweislage (Az.: 5 Ks 1/18).

Der 42 Jahre alte frühere Krankenpfleger soll von 2000 bis 2005 an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst Patienten mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Deutschen bereits 2015 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er sitzt in der JVA Oldenburg.

Högel entschuldigt sich

Der wegen 100 Morden angeklagte Ex-Pfleger Niels Högel hat sich in seinem letzten Wort vor Gericht bei den Angehörigen seiner Opfer entschuldigt. «Bei jedem Einzelnen möchte ich mich aufrichtig für all das, was ich Ihnen über Jahre angetan habe, entschuldigen», sagte der 42-jährige Deutsche am Mittwoch vor dem Landgericht Oldenburg. Es sei ihm während des Prozesses klar geworden, wie viel unendliches Leid er durch seine «schrecklichen Taten» verursacht habe.