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EU-Projekt arbeitet an umweltfreundlicher Verzinkung

EU-Projekt arbeitet an umweltfreundlicher Verzinkung
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Die Umwandlung von rostigem Stahl n verzinktes Metall erfordert viel Energie und Rohstoffe. In Sizilien arbeitet ein EU-Projekt daran, diesen Prozess effizienter zu gestalten.

"Ingenieure aus ganz Europa arbeiten gemeinsam an neuen Technologien, um Energie zu sparen und wertvolle Rohstoffe aus Metallverarbeitungsanlagen zurück zugewinnen", erzählt euronews-Reporter Jeremy Wilks. "Aber wie bringen sie ihre Innovationen vom Labor in die Fabrik?"

Verzinkung soll umweltfreundlicher werden

Verzinkung ist ein heißes und mühsames Geschäft, bei dem korrodierender Stahl unter Verwendung von Salzsäure- und Zinkbädern in rostgeschützte Metalle umgewandelt wird.

EU-Forscher arbeiten daran, dieses Verfahren umweltfreundlicher zu gestalten. Das Werk der sizilianischen Firma Tecnozinco ist eines ihrer Testgelände. Ziel ist, einen neuen Weg zu finden, die verbrauchte Säure aus dieser Anlage aufzubereiten und zu recyceln. Im Moment ist das ein erheblicher Aufwand:

"Wir sind in Sizilien. Wir haben das Problem, dass sich die Kläranlagen für die Abfallentsorgung in Norditalien befinden", erklärt Alberto Di Cristofalo von Tecnozinco. "Die Entsorgungskosten sind also aufgrund der Entfernung sehr hoch. Darüber hinaus verursachen die großen Mengen der Säure, die wir kaufen, als auch der zu entsorgende Abfall eine erhebliche Umweltbelastung."

Eine neue Maschine könnte die Lösung für das Problem sein: Entwickelt vom EU-Projektkonsortium ReWaCEM, kann sie zwanzig bis vierzig Liter verbrauchte Säure pro Stunde recyceln und die darin gelösten Edelmetalle zurückgewinnen.

"Diese Lösungen werden in diese innovative Anlage eingebracht, die dann die verschiedenen wertvollen Bestandteile aus den Lösungen herauszieht, sie separiert in die noch brauchbare Säure, die in die Prozesse zurückgeführt werden kann und die Salze, die dann zu einem Wertstoff ausgefällt werden können, der verkauft werden kann, und somit die Abwässer nicht mehr entsorgt werden müssen, sondern komplett recycelt werden", erklärt Daniel Winter, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE.

Universität Parlermo untersucht die Effizienz der Membrane

An der Universität Palermo arbeiten Wissenschaftler daran, das Säurebad zu verbessern, in dem sie modernste Dialyse- und Membrantechnologien in einer Art Sieb oder Filter kombinieren. Die Membran in der Säure soll positiv geladene Ionen von Eisen, Zink oder Kupfer zurückhalten.

"Das Ziel dieser Experimente ist es, die Effizienz der Membrane beim Recyceln der Säuren zu untersuchen", erklärt Post-Doc Alba Ruiz Aguirre von der Universität Palermo. "Im Allgemeinen wird die Säure sehr gut wiederverwertet, aber unsere Experimente zeigen auch, dass die Ausfällung der Salze nicht immer vollständig ist."

Technologie mit breiten Anwendungsmöglichkeiten

Ziel des ReWaCEM-Projekts ist die industrielle Anwendung der neuen Technologie. Offene Fragen sind die Lebensdauer der Membranen und, ob man für das System spezielles Personal braucht. Daniel Winter meint:

"Das Gute an dem technologischen Ansatz ist, dass er eine sehr große Allgemeingültigkeit besitzt, d.h. er kann nicht nur an diesem Standort genau für diese Lösungen verwendet werden, sondern es gibt sehr viele Industrieprozesse, die genau ähnliche Probleme haben, die hiermit adressiert werden können, z. B. in der Edelstahlproduktion, in der Platinenherstellung oder auch in der Elektrogalvanischen Abscheidung, überall da kann dieser Prozess Anwendung finden."

Während Tecnozinco die Leistungsfähigkeit der ReWaCEM-Maschine beurteilt, arbeiten zwei an das ReWaCEM-Projekt angeschlossene Unternehmen an der Vermarktung des Systems.

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