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"Smash Cruiseshit": Aktivisten hindern Kreuzfahrtschiff am Ablegen

"Smash Cruiseshit": Aktivisten hindern Kreuzfahrtschiff am Ablegen
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Mit knapp sechs Stunden Verspätung konnte ein Kreuzfahrtschiff nach einer Blockadeaktion den Hafen in Kiel verlassen.

Rund 50 Aktivisten der Gruppe "Smash Cruiseshit" fuhren mit kleinen Booten vor dem Bug des Kreuzfahrtschiffes "Zuiderdam" hin und her, um es so vor dem Auslaufen zu hindern. Die Gruppe fordert ein Ende der gesamten Kreuzfahrtbranche und wollte mit ihrer Aktion auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen an Bord aufmerksam machen. Viele der Angestellten bekämen demnach nur 2 Euro pro Stunde bezahlt.

Auf Twitter berichteten die Aktivisten über ihre Aktion im Liveblog-Stil.

Fünf der Aktivisten besetzten zudem einen Kran am Ostseekai. Zwei von ihnen weigerten sich, diesen zu verlassen und mussten abgeseilt werden.

46 Aktivisten seien von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Gegen sie wurden Strafverfahren wegen des Verdachts der Nötigung, des Widerstandes und des Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Verletzt wurde bei der Aktion nach Polizeiangaben niemand, "Smash Cruiseshit" schrieb auf Twitter hingegen von einigen Leichtverletzten.

Kreuzfahrt-Tourismus boomt - die Kritik auch

Die "Zuiderdam" gehört über eine Tochtergesellschaft zum größten Kreuzfahrtkonzern Carnival mit Sitz in den USA und kann knapp 2000 Passagiere aufnehmen. Kiel war die vorletzte Station einer Ostsee-Rundreise, die am Montag in Kopenhagen endete.

Die Reederei hat sich bislang zu dem Vorfall nicht geäußert. Sie könnte von den Aktivisten Schadenersatz verlangen, weil sie mit erhöhter Geschwindigkeit nach Kopenhagen gefahren ist und damit zusätzlichen Treibstoff verbraucht hat.

Der Kreuzfahrt-Tourismus ist seit Jahren eine Boom-Branche und das Wachstum wird eher von der Kapazität der Schiffe als von der Nachfrage begrenzt. Im vergangenen Jahr buchten 2,23 Millionen Reisende aus Deutschland eine Kreuzfahrt, ein Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Weltweit stieg die Zahl der Kreuzfahrt-Passagiere um 6,7 Prozent auf 28,52 Millionen.

Aber auch die Kritik an der Kreuzfahrt-Branche wächst. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt rücken immer mehr ins öffentliche Bewusstsein. Länder wie Italien und Spanien sind besonders betroffen, da sie am Mittelmeer liegen und daher viele Kreuzfahrtschiffe dort anlegen. In Venedig sollen am 13. Juli neun der riesigen Schiffe anlegen - eine höhere Anzahl an Feriendampfern hat es dort noch nie gegeben. Demonstranten haben ein Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe in Venedig gefordert.