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Kreuzfahrten sorgen für dicke Luft in Europa

Reuters
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Moderne Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Städte, mit Restaurants, Kinos und Fitnesstudios an Bord. Reisende schippern auf den Dampfern kreuz und quer durch Europa. In Kreuzfahrthochburgen wie Venedig sorgen die Riesenschiffe schon seit langem für Proteste bei der Bevölkerung.

Auch für die Umwelt hat der Boom des Kreuzfahrttourismus mittlerweile weitreichende Auswirkungen. Wie der Umweltdachverband "Transport and Environment" nun bekanntgab, stoßen allein die Schiffe des Marktführers Carnival zehn Mal soviele Schwefeldioxide aus wie alle 260 Millionen Autos in Europa. Schwefeldioxid entsteht durch die Oxidation des Schwefels, der im Schiffskraftstoff steckt. Es ist schädlich für Mensch und Umwelt, führt zu Versauerung von Gewässern und trägt durch entstehende Sulfite auch zur Feinstaubbelastung bei.

Spanien und Italien am schwersten betroffen

Die Mittelmeeranrainer Spanien und Italien leiden mit Abstand am meisten unter der Luftverschmutzung. Denn viele der beliebtesten Kreuzfahrtziele liegen in diesen Ländern. Schuld an dem Umweltproblem sind aber auch die laxen nationalen Grenzwerte, die es den Schiffen erlauben, mehr Schadstoffe in die Luft zu pusten.

Der Umweltverband fordert deshalb strengere Vorschriften und ein Umschwenken auf umweltfreundliche Schiffsantriebe, ausgereifte Techniken gibt es laut Transport and Environment genug. beispielsweise Elektroantriebe für kurze Distanzen und Wasserstoff für lange Reisen.

Die Firma Carnival widersprach in einer Stellungnahme dem Report von Transport and Environment. Das Unternehmen habe mehrere hundert Millionen Euro in Maßnahmen und Techniken zur Senkung der Umweltbelastung investiert. Alle europäischen Carnival-Schiffe liefen inzwischen entweder mit schwefelarmen Kraftstoff oder Flüssiggas.

Der Kreuzfahrttourismus hat in den vergangenen Jahren einen rasanten Anstieg erlebt. Knapp 7,2 Millionen Europäer gingen im vergangenem an Bord, knapp 10 Prozent mehr als noch vor 4 Jahren.