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Eilmeldung

Ostdeutschland hat so wenige Einwohner wie zuletzt 1905

Freiberg in Sachsen
Freiberg in Sachsen -
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Bild von Jonny Lindner auf Pixabay
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Es ist ein starker Kontrast: In Ostdeutschland ist die Einwohnerzahl auf den Stand von 1905 zurückgefallen. In Westdeutschland leben dagegen so viele Menschen wie nie zuvor. Das zeigt eine Studie des ifo-Instituts.

1905 - wie auch heute - lebten etwa 13,6 Millionen Menschen in Ostdeutschland. In Westdeutschland sind es dagegen mehr als 68 Millionen Menschen.

"Die Einwohnerzahlen beider Landesteile driften trotz Wiedervereinigung nahezu ungebremst auseinander. Die anhaltende Wucht der deutschen Teilung wird bis heute in der Öffentlichkeit völlig unterschätzt. Dieser Aspekt wird häufig übersehen und bedarf besonderer politischer Berücksichtigung“, sagte Studienautor Felix Rösel.

In Dresden und Leipzig leben momentan jeweils etwa 550.000 Einwohner. Wenn sie wie der Westen gewachsen wären, wären es heute Millionenstädte, so Rösel.

Deutsche Teilung für Entwicklung verantwortlich

Die Forscher erklärten, dass Ost und West sich nach der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg unterschiedlich entwickelt hätten. Zuvor sei die Entwicklung nahezu identisch gewesen.

„Der ländliche Raum im Osten ist infolge der deutschen Teilung regelrecht ausgeblutet", sagte Rösel. Von 1949 bis zum Mauerbau 1961 hätte es eine regelrechte Massenflucht aus Ostdeutschland gegeben. Ebenso hätte die Region in den 60er und frühen 70er Jahren keine Gastarbeiter bekommen. Und auch nach der Wende sei es zu einer weiteren Abwanderung gekommen.

Das müsse von der Politik heute noch immer berücksichtigt werden. Gerade der ländliche Raum in Ostdeutschland müsse nach Ansicht des Forschers gefördert werden. Man müsse "den sozialen Zusammenhalt sowohl in den Städten als auch in der Fläche fördern", so Rösel.