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Nach Ausschreitungen: Lage in Hongkong bleibt angespannt

Nach Ausschreitungen: Lage in Hongkong bleibt angespannt
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Einen Tag nach den schweren Ausschreitungen in Hongkong mit 79 Verletzten blieb die Situation am Donnerstagmorgen angespannt. Bei heftigen Regenfällen harrten einige Demonstranten auf der Straße aus. Der Regierungssitz und eine U-Bahnstation blieben geschlossen.

Eskalation der Proteste am Mittwoch

Am Mittwoch waren die Proteste eskaliert. Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit den Sicherheitskräften, diese gingen mit Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen die Menschen vor.

Die Proteste richten sich gegen die Verabschiedung eines Gesetzes, das es den Hongkonger Behörden erlaubt, von Chinas Justiz verdächtigte Personen auszuliefern.

Die Verwaltungschefin von Hongkong Carrie Lam appellierte an die Protestierenden:

"Ich rufe die verbleibenden Demonstranten vor dem Legislativrat dazu auf - Gewalt wird von unseren Strafverfolgungsbehörenden nicht toleriert werden, weil die Akzeptanz von Gewalt auch sehr nachtteilige Konsequenzen mit sich bringt."

Andrew Leung, ehemaliger Gesandter Hongkongs in Großbritannien erklärte:

"Die Emotionen kochen hoch, weil es sehr wenige Menschen gibt, die den Gesetzen Chinas vertrauen. Aber natürlich gibt es wenig Bemühungen auf der anderen Seite, die Diskussionen anzuhören. Tatsache ist, dass sich Peking sich sorgt, dass Hongkong zu einem Zufluchtsort für Verbrecher wird."

USA zurückhaltend

Während chinesische Medien den Demonstranten vorwerfen, Hongkongs Rechtsstaatlichkeit zu untergraben, äußerte sich US-Präsident Trump zurückhaltend:

"Es sind wirklich riesige Demonstrationen. Ich habe mir das heute angesehen und das sind wirklich Millionen. Oft wird geredet, dass da 2000 Menschen waren, aber tatsächlich waren es nur 1000 oder 200. Aber bei dieser Demonstration wurde von Millionen Menschen gesprochen. Millionen Menschen - das war die größte Demonstration, die ich je gesehen habe. Ich hoffe, dass es für China und Hongkong funktioniert."

Heftigste Proteste seit 2014

Die jüngsten Proteste waren die heftigsten seit 2014. Damals hatten Demonstranten im Zuge der "Regenschirmproteste" gegen eine geplante Reform des Wahlsystems protestiert und Teile der asiatischen Millionenmetropole für zwei Monate lahmgelegt.

Hongkong wird seit 1997 als chinesische Sonderverwaltungsregion autonom regiert, doch China versucht, seinen Einfluss auszuweiten.