Massenproteste: Demonstranten legen Polizeipräsidium lahm

Massenproteste: Demonstranten legen Polizeipräsidium lahm
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Die erneuten Massenproteste gegen ein umstrittenes Auslieferungsgesetz in Hongkong haben sich am Samstagmorgen aufgelöst. Nur einige Hundert Demonstranten waren noch auf den Straßen. Die Lage beruhigte sich deutlich, sodass die Polizei letzte Blockaden räumen konnte.

Sie kündigte Ermittlungen gegen die Demonstranten an, die in der Nacht das Polizeipräsidium von Hongkong stundenlang besetzt gehalten hatten, unter ihnen viele Studenten.

"Lam muss weg"

Es ist das dritte Protest-Wochenende in Folge und die schlimmste Krise seit Jahrzehnten, die die ehemalige britische Kronkolonie durchläuft. Die Menschen fordern den Rücktritt der pekingtreuen Regierungschefin Carie Lam und die Freilassung zahlreicher Demonstranten.

Entzündet hatten sich die Proteste an einem Gesetz, das es chinesischen Behörden erlauben würde, Verdächtige nach Peking auszuliefern. Ein Gesetzesvorhaben, das wegen der Massenproteste vorerst nicht umgesetzt wird. Doch das reicht den Demonstranten nicht.

Von London nach Peking

Hongkong wurde 1997 zurück an China übergeben. Seitdem gilt die Regel: ein Land, zwei Systeme. Dadurch hat Hongkong Freiheiten, die im restlichen China nicht gelten. Doch die Demonstranten kritisieren den größer werdenden EInfluss Pekings auf die asiatische Finanzmetropole.