Istanbul: Hohe Erwartungen an neuen Bürgermeister Imamoglu

Istanbul: Hohe Erwartungen an neuen Bürgermeister Imamoglu
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Dass mit Ekrem Imamoglu in Istanbul künftig ein Politiker der Oppositionspartei CHP die Verwaltung als Bürgermeister leitet, wertete die Zeitung BirGün als Ende eines Weges. Dieser Weg wurde in den vergangenen Jahren von der Regierungspartei AKP bestimmt. Imamoglus Anhänger hoffen, dass der 49-Jährige frischen Wind durch die Amtsstuben wehen lassen wird. Laut den offiziellen Zahlen entfielen auf den CHP-Kandidaten 54,2 Prozent der Stimmen.

„Auf dieses Ergebnis haben wir jahrelang gewartet, ich vor allem", sagt eine Frau. „Ich hoffe, dass all das in den nächsten Jahren etwas Gutes für unsere Generation, unsere Kinder und uns selbst bringen wird."

Eine andere Bürgerin erläutert: „Der Ärger über die Wahlwiederholung war das vorherrschende Gefühl bei den Leuten - wegen der Ungerechtigkeit, die nicht nur Imamoglu, sondern der ganzen Bevölkerung, die abgestimmt hat, widerfahren ist."

Die erneute Abstimmung fand statt, da die Wahlbehörde das Ende März erzielte Ergebnis offiziell wegen Unregelmäßigkeiten aufgehoben hatte.

„Das Ergebnis ist eine Reaktion, aber vor allem eine Reaktion auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die wir durchmachen. Es gibt keine einzige Erhebung - nicht einmal von Seiten der Opposition - die zeigt, dass Erdogans Beliebtheit zurückgegangen ist."

Auf Binali Yildirim, den AKP-Kandidaten, ehemaligen Ministerpräsidenten und langjährigen Weggefährten von Recep Tayyip Erdogan, entfielen 45 Prozent. Yildirim und Wahlsieger Imamoglu trennten den offiziellen Zahlen nach rund 805.000 Stimmen. Im März lag der neue Bürgermeister mit lediglich rund 14.000 Stimmen vorn.