Drama um Sea-Watch polarisiert Europa

Drama um Sea-Watch polarisiert Europa
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Das Drama um das Rettungsschiff Sea-Watch 3 im Mittelmeer spaltet Europa. Die Migranten durften inzwischen auf der italienischen Insel Lampedusa an Land, dank der ungewöhnlichen Aktion einer jungen deutschen Kapitänin. Sie steuerte das Rettungsschiff in den Hafen, ohne Erlaubnis der italienischen Behörden.

"Ich bin so froh", sagt einer der Geretteten und bedankt sich bei der Crew der Sea Watch. Wenn sie nicht gewesen wäre, sagt er, wäre er jetzt schon tot.

Die 31-jährige Kapitänin Carola Rackete ist derzeit im Hausarrest, Spätestens am Dienstag wird sie wahrscheinlich vernommen. Vorgeworfen wird ihr unter anderem Beihilfe zur illegalen Einwanderung.

Bei der Einfahrt in den Hafen hatte die Sea-Watch 3 ein Boot der italienischen Finanzpolizei gerammt; dafür hat sich Rackete inzwischen entschuldigt.

Unterstützung bekommt die Kapitänin von einer breiten Front aus der deutschen Politik. So hat inzwischen auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dem ZDF zufolge Italien für das harte Vorgehen gerügt. Der AfD-Außenpolitiker Petr Bystron sprach gegenüber der Zeitung "Die Welt" hingegen von einer "gewöhnlichen Kriminellen".

Unterdessen zeichnet sich schon wieder der nächste Konflikt ab. So berichtet die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms davon, dass erneut Dutzende Migranten von einem Boot im Mittelmeer gerettet wurden.